1970 entstand das Zivilschutzausbildungszentrum Altstätten – das erste im Kanton

1970 wurde das Zivilschutzausbildungszentrum Altstätten (Zaza) eröffnet. Es diente der Instruktion für die Zivilschutzpflichtigen in der Region Südost des Kantons St.Gallen, umfassend die Bezirke Rorschach, Unter- und Oberrheintal, Werdenberg und Sargans.

Benjamin Schmid
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1970 entstand bei der Grastrocknungsanlage im Fleuben das Zivilschutzausbildungszentrum Altstätten, kurz Zaza genannt.

1970 entstand bei der Grastrocknungsanlage im Fleuben das Zivilschutzausbildungszentrum Altstätten, kurz Zaza genannt.

Bild: Archiv

Bereits 1967 hat der Regierungsrat des Kantons St.Gallen das kantonale Militärdepartement beauftragt, ein Konzept für die Planung, den Bau und den Betrieb permanenter Ausbildungszentren auszuarbeiten. Es wurden drei regionale Zentren vorgesehen: St.Gallen, Bütschwil und Altstätten. Das Zaza war das erste im Kanton.

Übungspiste mit Brandhaus und Übungsstationen

«Wir waren in der glücklichen Lage, sowohl den theoretischen als auch den praktischen Unterricht bei Einführungs- und Kaderkursen in einer modern konzipierten, nach bewährten Grundsätzen gestalteten Anlage durchzuführen», sagt Victor Segmüller, langjähriger Material- und Hauswart im Zaza. Nachdem Bund, Kanton und Gemeinde den Kredit von 2,6 Millionen Franken bewilligt hatten, konnte im Frühherbst 1969 mit den Bauarbeiten begonnen werden.

Während die offizielle Eröffnungsfeier am 6. November 1970 stattfand, wurde der Kursbetrieb bereits einige Wochen vorher aufgenommen. Das Zentrum diente der Instruktion für die Zivilschutzpflichtigen in der Region Südost des Kantons St.Gallen, umfassend die Bezirke Rorschach, Unter- und Oberrheintal, Werdenberg und Sargans.

Die Anlage im Hädler, westlich der Staatsstrasse Altstätten – Oberriet, bestand aus einem eingeschossigen Gebäude mit Trakten für Instruktion, Verwaltung und Lagerung von Übungsmaterial. In unmittelbarer Nähe wurde eine 20'000m2 grosse Trümmerpiste mit verschiedenen Übungsstationen und einem Brandhaus angelegt. Die Übungsstation war das wesentliche Ausbildungsmittel für die Angehörigen der örtlichen Schutzorganisationen. Das Schwergewicht lag dabei auf der Schulung im zweckmässigen Einsatz der Geräte und Werkzeuge im Notfall, wobei von der formellen Anwendung bis zum katastrophenmässigen Einsatz alle Schwierigkeiten simuliert werden konnten.

Rechts im Vordergrund erkennt man das Brandhaus, links die Fassadenmauer und im Hintergrund den Strahlrohrführerparcours.

Rechts im Vordergrund erkennt man das Brandhaus, links die Fassadenmauer und im Hintergrund den Strahlrohrführerparcours.

Bild: Archiv

«Die Anlage war immer sauber und ordentlich», sagt Victor Segmüller, «und das Material stets am richtigen Ort.» Das sei ihm, wie eine gute Zusammenarbeit mit den Instruktoren, ein wichtiges Anliegen gewesen. Er habe keinen Aufwand gescheut und sei mit Herzblut bei der Arbeit gewesen.

Gesamtverteidigung durch Armee und Zivilschutz

Der damalige Regierungsrat Edwin Koller stellte das neue Ausbildungszentrum in den Rahmen der Gesamtverteidigung durch Armee und Zivilschutz. Einer ungewissen Zukunft, die eben soviel Zuversicht wie Gefahr in sich berge, sei militärisch mit der Armee allein nicht mehr zu begegnen.

Die Kantone müssten sich auf einen gutausgebauten Zivilschutz und gründlich vorbereitete Männer und Frauen stützen können. Das Ausbildungszentrum verfolge einzig den Zweck, den Frieden sichern zu helfen und das Volk in die Lage zu setzen, einer Notlage standzuhalten.