181 Tage Warten sind vorbei

Nach Schweizer, Europa- und Weltmeisterschaften sowie Olympischen Spielen liegt ab morgen das Augenmerk der Ringer-Schweiz wieder auf der nationalen Mannschaftsmeisterschaft.

Patrick Dietsche
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Am Samstag geht's wieder los: Die Kriessern-Ringer mit Philipp Hutter (Blau) versuchen, ihren Titel aus dem Vorjahr zu verteidigen. (Bild: Archiv/dip)

Am Samstag geht's wieder los: Die Kriessern-Ringer mit Philipp Hutter (Blau) versuchen, ihren Titel aus dem Vorjahr zu verteidigen. (Bild: Archiv/dip)

RINGEN. Morgen Samstag werden 181 Tage vergangen sein, seit die RS Kriessern in einem hoch dramatischen dritten Finalkampf erstmals seit 22 Jahren den Meistertitel in der höchsten Schweizer Liga ins Rheintal zurückholen konnte. Die Kriessner haben den Titel gebührend gefeiert und es genossen, endlich wieder zuoberst zu stehen. Doch nun beginnt alles wieder bei null, und die Mannschaft von Coach Hugo Dietsche muss sich an einen neuen Umstand gewöhnen. Sie ist nicht mehr der Jäger, der den lang ersehnten Titel holen will, sondern sie gehört nun zu den Gejagten, die es zu schlagen gilt.

Gelungene Vorbereitung

Unter der Führung des umtriebigen Präsidenten Paul Dietsche ging man schnell vom Feiern zur Planung der neuen Saison über, und hat sich auch Gedanken darüber gemacht, wie das Meisterteam weiterentwickelt werden kann. Dabei hat man sich nicht vom Wunsch leiten lassen, auch in diesem Jahr zuoberst zu stehen, sondern die Kriessner Verantwortlichen haben die langfristige Entwicklung der Mannschaft und des Vereins im Auge behalten.

Auf dem Transfermarkt sind die Kriessner nicht ganz so aktiv aufgetreten wie noch vor Jahresfrist. Auf neue Transfers wurde gänzlich verzichtet, doch Urs Wild konnte gehalten werden. Weiter wurden mit etlichen Akteuren verschiedener Clubs, vor allem mit Nachbar RC Oberriet-Grabs, Leihverträge abgeschlossen.

Intensiviert wurde die Vorbereitung, die mit einem Trainingslager in Ungarn und einem Trainingswochenende in Nendingen letzte Woche ihren Abschluss fand. In dieser Vorbereitungsphase wurde vorab mit den Nachwuchsathleten um die EM- und WM-Teilnehmer Fabio, Marc und Damian Dietsche sowie Jürg und Philipp Hutter ein Projekt durchgezogen, das es in dieser Form bei den Kriessnern noch nicht gegeben hatte. Das Programm konnte ohne grössere Probleme oder Blessuren durchgezogen werden, und so sind die Kriessner für den Meisterschaftsauftakt in Brunnen gerüstet.

Nun ist man «heiss» auf den ersten Kampf und will natürlich dort anknüpfen, wo man vor 181 Tagen aufgehört hat. Das Ziel für die Kriessner ist vorerst die Qualifikation für den Halbfinal, und dann will man sich die Möglichkeit erkämpfen, um den Sieg mitzureden.

Schattdorf als Spielverderber?

Der samstägliche Gegner der Kriessner ist schwer einzuschätzen. Schon in der letzten Saison haben die Urner ihre Haut teuer verkauft, und gemäss Technischem Leiter Michael Jauch ist die Zielsetzung in diesem Jahr klar die Halbfinalqualifikation. Wenn die Schattdorfer dieses Ziel schaffen wollen, müssen sie zumindest einem der im Vorfeld als Favoriten bezeichneten «Grossen» – Kriessern, Freiamt, Hergiswil und Willisau – die Saison verderben. Die gute Mischung zwischen jungen Talenten und arrivierten Ringern hat durchaus das Zeug dazu, und man darf gespannt sein, wie sich der Kampf am Samstag entwickelt. Als Verstärkungen können die Schattdorfer drei Leihringer vom SC Martigny vermelden. Die Jollien-Brüder David und Romain sind dabei die bekannten Gesichter, dazu kommt noch Boris Jelinic. Die Kriessner werden auf jeden Fall gut daran tun, in der Grundmatt-Halle bereit zu sein.

NATIONALLIGA A, 1. RUNDE Samstag: RR Schattdorf – RS Kriessern ab 20 Uhr in der Sportanlage Grundmatt, Schattdorf.

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