125 Jahre alt und frisch wie eh und je

KRIESSERN. Anlässlich der Kriessner Chilbi feierte die Musikgesellschaft Kriessern über das Wochenende ihren 125. Geburtstag. Im Rahmen eines kurzen und schlichten Feieraktes am Sonntagmorgen würdigten die Vereinspräsidentin und die Kreispräsidenten den wichtigen Kriessner Dorfverein.

Max Pflüger
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Bild: Max Pflueger

Bild: Max Pflueger

Am 2. März 1890 haben sich 19 Männer zusammengeschlossen, mit dem schriftlich festgehaltenen Ziel: «Förderung des geselligen Lebens durch Musikunterhaltung sowie durch passende musikalische Produktionen vor und nach dem Gottesdienst und bei kirchlichen Anlässen.»

Die Musikgesellschaft Kriessern feierte ihr 125-jähriges Bestehen nicht mit einem pompösen Jubiläumsanlass, sondern beschränkte sich auf ein kurzes und schlichtes Erinnern beim Sponsorenapéro vor dem sonntäglichen Frühschoppen.

Wer hätte das gedacht!

Als erste sprach Vereinspräsidentin Gabriela Dietsche zu den Gästen, Ehrenmitgliedern und Sponsoren. In einem Abriss streifte sie die Geschichte der Musikgesellschaft von den Anfangszeiten über die Gründung der erfolgreichen Kriessner Tambourengruppe im Jahre 1970 bis hin zu aktuellen Höhepunkten wie dem Sieg in der ersten Stärkeklasse 2013.

Humorvoll streifte sie eine ganz spezielle Besonderheit: «125 nach der Gründung sind wir Musikanten den Grundsätzen unserer Vorfahren treu geblieben. Wir verfolgen nach wie vor den Zweck der Pflege und der Förderung des aktiven Musizierens. Und noch immer wichtig sind uns die Kameradschaft unter den Mitgliedern und die Kontakte mit den Menschen aus dem Dorf Kriessern. Aber viele Veränderungen hat es in der Zwischenzeit gegeben und viel ist passiert. Auch das Leben in Kriessern hat sich verändert.

Wer hätte 1890 gedacht, dass Frauen jemals ein Blasmusikinstrument spielen werden? Wer hätte gedacht, dass Instrumente wie Oboe oder Fagott zur Alltagsbesetzung gehören? Und wer hätte damals gedacht, dass je einmal eine Frau die Geschicke der Musikgesellschaft Kriessern leiten würde? Ich denke, die neunzehn Männer von damals bestimmt nicht», meinte die Präsidentin Gabriela Dietsche schmunzelnd.

Mit dem schmissigen Marsch «Bells of Freedom» eröffnete anschliessend der Musikverein Laterns als Gastorchester den Frühschoppen. Vielleicht passend zu den Gedanken von Gabriela Dietsche, hatte der Komponist dieses Werkes ja auch die Freiheit der Frau vor Augen.

Ansehen im Dorf und im Kreis

Nach dem fulminanten Finale dieses klangvollen Konzertmarsches ergriff die Präsidentin des Musikkreises Rheintal, Verena Federli, das Wort: «Herzlichen Dank an euch, liebe Kriessner Musikanten, dass ich an euerem Geburtstagsfest dabei sein darf.» Sie fühle sich der Musikgesellschaft Kriessern ganz besonders verbunden, seit sie mit dem sehr gut organisierten OK zur Durchführung der Rheintaler Kreismusiktage 2012 in Kriessern zusammenarbeiten durfte.

Die Rednerin würdigte das hohe Ansehen, dass die Musikanten in ihrem Dorf geniessen dürfen. Die Musikgesellschaft sei eine echte Bereicherung für das Dorf, indem sie zusammen mit den anderen Vereinen viel zu einer lebenswerten Gemeinschaft beitrage. Aber auch aus dem Leben des ganzen Musikkreises seien die Kriessner nicht mehr wegzudenken.

Frohes Fest

Im Festzelt klang der Geburtstag mit einem Auftritt der vereinigten Jugendmusiken aus der Gemeinde Oberriet aus. Die Jugendmusiken von Kriessern, Montlingen-Eichenwies und Oberriet musizierten gemeinsam unter der Leitung von Patrick Bichler, Mario Söldi und Andrin Lüchinger.

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Vereinspräsidentin Gabriela Dietsche (oben) und Kreispräsidentin Verena Federli (unten) würdigten den 125. Geburtstag der MG Kriessern. (Bilder: Max Pflüger)

Vereinspräsidentin Gabriela Dietsche (oben) und Kreispräsidentin Verena Federli (unten) würdigten den 125. Geburtstag der MG Kriessern. (Bilder: Max Pflüger)