106 Wellensittiche in der Wohnung

Eine 66-jährige St. Gallerin hat in ihrer Wohnung über 100 Wellensittiche gehalten – in drei kleinen Käfigen. Entdeckt wurde der Fall nur, weil sich die Frau in medizinische Behandlung begeben musste.

Daniel Walt
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ST. GALLEN. Es war ein trauriges Bild, das sich den Beamten der St. Galler Stadtpolizei am vergangenen Samstagnachmittag bot. In einer Wohnung im Westen der Stadt fanden sie nicht weniger als 106 Wellensittiche. Die Vögel fristeten ihr Dasein in drei kleinen Käfigen, die eigentlich für je zwei Tiere vorgesehen wären, wie die Stadtpolizei gestern vermeldete.

Dem Wildhüter übergeben

Auf den Fall aufmerksam wurde die Polizei, weil sich die Besitzerin der Tiere in medizinische Behandlung hatte begeben müssen. Dionys Widmer, Sprecher der Stadtpolizei: «Die Frau gab gegenüber dem Pflegepersonal an, dass sie um die 100 Wellensittiche habe, denen man Wasser geben müsse.» Das Spital informierte daraufhin die Stadtpolizei, welche ausrückte und die Vögel schliesslich in der Wohnung entdeckte.

Die Vögel waren laut der Stadtpolizei verwahrlost, zudem lag überall der Kot der Tiere herum. «Ganz generell war die Wohnung in schlechtem Zustand – die Luft war stickig, die Käfige waren einfach irgendwo plaziert und nicht gut aufgestellt», sagt Widmer weiter. Vorübergehend wurden die Tiere dem Wildhüter übergeben, das Veterinäramt bemüht sich nun darum, geeignete Plätze für die Vögel zu finden.

Zur Kenntnis genommen

Wegen der mangelhaften Haltung der 106 Wellensittiche wird die Besitzerin laut der Stadtpolizei St. Gallen angezeigt. Ihr wurde inzwischen mitgeteilt, dass ihre Vögel aus der Wohnung entfernt worden sind – «sie hat es zur Kenntnis genommen», sagt Widmer. Er ruft im übrigen dazu auf, Beobachtungen zu vernachlässigten Tieren zu melden. Die Polizei sei auf Hinweise angewiesen – «es geht um das Wohl der Tiere».