10 Prozent weniger Waren in EU

Die aus dem Rheintal exportierte Warenmenge hat spürbar abgenommen. Dass der «Frankenschock» die Rheintaler Wirtschaft nicht erstarren liess, verdanken die Unternehmen auch ihren Mitarbeitern.

Gert Bruderer
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RHEINTAL. «Anpassungsfähigkeit und Innovationskraft zeichnen insbesondere die Rheintaler Wirtschaft aus», schreibt René Wuffli, Präsident des Arbeitgeber-Verbandes Rheintal, im Jahresbericht.

Rasch gehandelt

Der «Paukenschlag», mit dem das Jahr 2015 begonnen habe, halle noch heute nach. Nach der Aufhebung der Kursuntergrenze hätten sich die Unternehmen aber rasch und konsequent der neuen Situation angepasst, schreibt der AGV-Präsident.

Zurückzuführen sei dieser Erfolg nicht zuletzt auf das Mitziehen der Mitarbeitenden. Sie hätten die Massnahmen mitgetragen, ob es sich nun um längere Arbeitszeiten bei gleichem Lohn, Ferienkürzungen oder flexible Arbeitszeiten gehandelt habe.

Export-Umsatz: Minus 110 Mio.

Im Vergleich zum Vorjahr konnte die Rheintaler Wirtschaft 2,6 Prozent weniger exportieren; das entspricht einem Rückgang um 110 Mio. Umsatzfranken. Insgesamt hat der Export der Rheintaler Wirtschaft 4,13 Milliarden Franken eingebracht.

Gut zwei Fünftel aller Exporte sind alkoholfreie Getränke. Es handelt sich hauptsächlich um Red Bull. Werden die alkoholfreien Getränke in der Exportbilanz nicht berücksichtigt, sieht diese wesentlich schlechter aus. Der Rückgang beträgt dann 7,3 Prozent.

Mehr Kurzarbeit angemeldet

Stärker noch verdüstert sich das Bild, wenn nur der Export in den Euro-Raum betrachtet wird. In diesem Fall beträgt der Rückgang (ohne alkoholische Getränke) rund 10 Prozent.

Ausgewirkt hat dieser Rückgang sich vor allem auf die Kurzarbeit. Im Januar dieses Jahres war für 541 Mitarbeitende Kurzarbeit angemeldet.

Das Rheintal hat somit von allen Wahlkreisen im Kanton die höchste Quote; sie beträgt 3,2 Prozent.