0:4, aber gar nicht schlecht gespielt

Der FC Rüthi geht in der 3. Liga daheim gegen Staad mit 0:4 unter. Die Niederlage schmerzt. Aber das Heimteam gibt nie auf, auch der diesmal erfolglose Stürmer Bernhard Allgäuer nicht.

Beni Bruggmann
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Bernhard Allgäuer ist ein Kämpfer – auch im Heimspiel gegen Staad. Aber am Samstag kämpft der Stürmer unglücklich und bleibt wie sein Team ohne Torerfolg. (Bild: Mäx Hasler)

Bernhard Allgäuer ist ein Kämpfer – auch im Heimspiel gegen Staad. Aber am Samstag kämpft der Stürmer unglücklich und bleibt wie sein Team ohne Torerfolg. (Bild: Mäx Hasler)

FUSSBALL. «Er geht dorthin, wo es weh tut. Er gibt nicht auf.» Andreas Lüchinger, Trainer des FC Rüthi, schätzt seinen Stürmer, den 21-jährigen Bernhard Allgäuer, sehr. Dieser setzt sich, wie seine Mitspieler, bis zur letzten Minute ein, kämpft um jeden Ball – und steht nach dem Schlusspfiff mit hängendem Kopf auf dem Platz. Sein Team hat gegen Staad durchaus ansehnlich gespielt und war in vielen Belangen ebenbürtig, nur vor dem Tor nicht. Das 0:4 ist Ausdruck einer krassen Abschlussschwäche.

Berni Allgäuer ist Rechtsfüsser, 1,76 m gross und 70 kg leicht. Er ist antrittsschnell und technisch sicher. Auch in Bedrängnis kann er ein Zuspiel kontrollieren. Er läuft, um gut anspielbar zu sein, nach hinten, zur Seite. Unermüdlich. Und dennoch kann sich die Sturmspitze an diesem Nachmittag nur selten durchsetzen. Dem Leichtgewicht steht mit dem Staader Innenverteidiger Luka Slijepcevic ein kräftiger Athlet gegenüber, der ihn um einen Kopf überragt. Zweikämpfe gibt es da nicht zu gewinnen. Und dennoch kommt der FC Rüthi zu drei guten Torchancen. Eine davon für Allgäuer.

Rüthi beginnt stark, ist überlegen, aber das Tor schiesst der Staader Misel Ruzic beim ersten ernsthaften Angriff der Gäste nach elf Minuten. «Wir sind gut ins Spiel gestartet», sagt Allgäuer, «aber nach dem frühen Tor verloren wir den Schwung.» In der Pause tanken die Rüthner neuen Mut: «Wir glaubten an die Wende. Wir wollten dafür kämpfen.» Aber das Tor schiesst der Staader Rafael Bucheli schon zwei Minuten nach Wiederbeginn. Mit dieser «kalten Dusche» ist Rüthi aber noch nicht besiegt. Die Worte des Trainers in der Pause sind noch nicht verhallt. Es folgen nämlich drei Grosschancen innerhalb von fünf Minuten, die das Spiel durchaus hätten kehren können. Zweimal ist Allgäuer mitbeteiligt.

50. Minute: Livio Sanseverino flankt, Allgäuer, fünf Meter vor dem Tor, trifft mit seinem Kopfball den Torhüter. – 52. Minute: Allgäuer setzt mit einem Superpass Pascal Zäch ein, der den Ball allein vor dem Tor am Pfosten vorbeischiebt. – 54. Minute: Wendelin Hobel läuft allein auf den Torhüter los, bringt aber den Ball nicht an ihm vorbei. «Ich weiss, ich muss meine Chance verwerten», sagt Allgäuer nach dem Spiel. Man spürt, wie sehr ihn das Missgeschick ärgert. Und es beeinflusst auch das Urteil über seine Leistung: «Ich bin mit mir gar nicht zufrieden.»

Bernhard Allgäuer wächst in Gisingen bei Feldkirch auf und arbeitet heute als Qualitätsmanager. Er beginnt als Fünfjähriger bei Blauweiss Feldkirch Fussball zu spielen. In der ersten Mannschaft, die zur Vorarlbergliga gehört, hat er später einen Stammplatz als Mittelfeldspieler. Bevor er zum FC Rüthi stösst, spielt er auch in Schaan und Ruggell. In Rüthi gefällt es ihm: «Das ist ein Super-Verein. Ich fühle mich hier absolut wohl.» Er charakterisiert ihn mit «klein, aber fein».

Aus dem Mittelfeldspieler Allgäuer ist eine Sturmspitze (acht Tore in dieser Vorrunde) geworden. Das ist eine eher seltene Entwicklung, denn meist rücken die Spieler mit zunehmendem Alter nach hinten. «Ich hatte schon immer den Drang nach vorn», sagt er.

Nach dem Gespräch mit dem Journalisten geht Allgäuer in die Kabine. Vor der Garderobe wartet der Trainer. Andreas Lüchinger deutet seinem erfolglosen Stürmer mit einem freundlichen Klaps auf die Schulter an: «Der Einsatz hat gestimmt.» Allerdings: Nur der Einsatz.