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Rettungsgassen: In St.Gallen funktionieren sie meistens gut, im Thurgau hat die Polizei mehr Probleme

Nach dem tödlichen Unfall auf der A1 zwischen Winkeln und Gossau haben Autofahrer vorbildlich eine Rettungsgasse gebildet. Die St.Galler Feuerwehr bedankte sich danach in den sozialen Medien – mit dem Hinweis, dass das nicht selbstverständlich sei. Die Kantonspolizeien St.Gallen und Thurgau machen mit Rettungsgassen derweil unterschiedliche Erfahrungen.
Luca Ghiselli
Eine erfreuliche Ausnahme: Autofahrer machen am vergangenen Mittwoch auf der A1 mit einer Rettungsgasse den Weg frei für die ausgerückten Blaulichtorganisationen. (Screenshot: Feuerwehr und Zivilschutz St.Gallen)

Eine erfreuliche Ausnahme: Autofahrer machen am vergangenen Mittwoch auf der A1 mit einer Rettungsgasse den Weg frei für die ausgerückten Blaulichtorganisationen. (Screenshot: Feuerwehr und Zivilschutz St.Gallen)

Es waren für einmal Good News, welche die St.Galler Feuerwehr Ende letzter Woche über ihre Facebook-Seite verbreitete: Zu sehen ist ein Video der Anfahrt zu einer Unfallstelle auf der A1 zwischen St.Gallen-Winkeln und Gossau. Es wurde bereits fast 50'000 Mal abgespielt.

Die Autofahrerinnen und Autofahrer, die aufgrund des Unfalls mit tödlichen Folgen in einen Rückstau geraten sind, machen vorbildlich Platz, damit Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst ohne grosse Probleme an ihnen vorbei können. Die Feuerwehr schreibt dazu:

«Trotz des starken Feierabendverkehrs gelangte die Berufsfeuerwehr St.Gallen schnellstmöglich zur Unfallstelle. Dies ist vor allem den Verkehrsteilnehmern zu verdanken, die gestern die nötige Rettungsgasse gebildet haben.»

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Das sei leider immer noch nicht selbstverständlich, heisst es in dem Facebook-Post weiter. Ist die richtige Bildung einer Rettungsgasse also immer noch eine löbliche Ausnahme?

In St.Gallen funktioniert die Rettungsgasse gut

Eine Umfrage bei den Kantonspolizeien St.Gallen und Thurgau sowie der St.Galler Stadtpolizei zeigt: Die Blaulichtorganisationen machen unterschiedliche Erfahrungen. So sagt Florian Schneider, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen: «Grundsätzlich funktioniert das Bilden einer Rettungsgasse. Und zwar mal besser und mal weniger.» Allgemein lasse sich sagen, dass beim Heranfahren eines Blaulichtfahrzeugs praktisch allen klar sei, wie eine Rettungsgasse gebildet werden sollte.

«Aus Sicht der Kantonspolizei St.Gallen sind es nur einzelne Verkehrsteilnehmende, die sich dann falsch verhalten und das Weiterkommen schwierig machen.»

Ein Problem habe man nicht, es gebe einfach da und dort Verbesserungspotenzial, so Schneider. Zum Beispiel komme es vereinzelt vor, dass die Rettungsgasse erst beim Herannahen eines Blaulichtfahrzeugs gebildet werde – und nicht schon vorher.

Florian Schneider, Mediensprecher der St.Galler Kantonspolizei. (Bild: PD)

Florian Schneider, Mediensprecher der St.Galler Kantonspolizei. (Bild: PD)

Oder aber die Autofahrer schliessen im Stau zu nah auf und können nicht mehr auf die Seite manövrieren. Ein gängiger Fehler sei zudem, dass einige Automobilisten die Rettungsgasse wieder schliessen, nachdem Feuerwehr, Polizei und Co. die Stelle passiert haben. «Sie sollte aber für weitere Fahrzeuge offen bleiben.»

So bilden Sie eine Rettungsgasse richtig:

Im Thurgau gibt es regelmässig Schwierigkeiten

Etwas anders sieht es im Kanton Thurgau aus. Wie Matthias Graf, Sprecher der Kantonspolizei, auf Anfrage erklärt, komme es regelmässig vor, dass die Rettungsgasse nach Unfällen ungenügend oder gar nicht vorhanden sei. «Die Fahrzeuglenkenden fahren nicht an den linken beziehungsweise den rechten Fahrbahnrand.»

Matthias Graf, Mediensprecher der Thurgauer Kantonspolizei. (Bild: Andrea Stalder)

Matthias Graf, Mediensprecher der Thurgauer Kantonspolizei. (Bild: Andrea Stalder)

Und selbst wenn eine Rettungsgasse gebildet werde, komme es vor, dass sie zu früh wieder geschlossen werde. Für Autofahrer und Motorradfahrer gilt: «Bis zur Auflösung des Staus unbedingt auf der Seite bleiben.»

Welche Handhabe hat die Polizei bei Fällen, in denen die Rettungsgasse nicht oder nicht richtig gebildet wird? Matthias Graf sagt:

«Die Priorität der Kantonspolizei Thurgau liegt bei der Einsatzbewältigung. Die Ressourcen sind schlicht nicht vorhanden, um Autofahrer zu büssen.»

In der Stadt wird der Platz schnell eng

Bei der Stadtpolizei St.Gallen klingt das ähnlich, obwohl gemäss Sprecher Dionys Widmer auf Stadtgebiet die Bildung von Rettungsgassen relativ gut funktioniere. Die Einsatz-Anfahrt verlange von Fahrer und Beifahrer in Blaulichtfahrzeugen volle Konzentration, da bleibe keine Zeit, um andere Autofahrer zu verzeigen. Aber:

«Es ist nicht komplett ausgeschlossen, dass es zu einer Anzeige kommen könnte, wenn beispielsweise einem Einsatzfahrzeug trotz Möglichkeit der Vortritt nicht gewährt wird.»

Dionys Widmer, Mediensprecher der St.Galler Stadtpolizei. (Bild: PD)

Dionys Widmer, Mediensprecher der St.Galler Stadtpolizei. (Bild: PD)

Auf innerstädtischem Gebiet sei die Bildung einer Rettungsgasse besonders herausfordernd, da Strassen komplett blockiert sein könnten. «Da können die Verkehrsteilnehmenden aufgrund der Platzverhältnisse auch beim besten Willen keinen Platz für die Rettungsfahrzeuge freischaffen.» Deshalb seien bei den Einsatzkräften der Stadtpolizei Ortskenntnisse gefragt.

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