Glosse

ResTZucker: Marshal Blueboy

Es ist höchste Zeit, dass der Sheriff aus Bissegg im Kanton Thurgau durchgreift.

David Angst
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David Angst.

David Angst.

Ralph Ribi

Der Sheriff aus Bissegg heisst Däniel Hofstetter alias Blueboy. Er ist ein richtiger Marshal mit Cowboyhut, so wie man sie aus den Wildwestfilmen kennt. Marshal Blueboy nimmt auch Banditen fest. Allerdings muss er zu diesem Zweck jedes Mal ein paar hundert Kilometer fahren. Seine Lizenz gilt nur in zwei Wildwest-Vergnügungsparks im Bayerischen Wald und im Harz. Dort sind solche Festnahmen eine Touristenattraktion.

Man fragt sich, wie lange Thurgau Tourismus noch schläft. Das Geschäftsmodell liesse sich problemlos in den Thurgau transferieren. Dubiose Gestalten, die man einbuchten könnte, gäbe es hierzulande genug.

Marshal Blueboy hätte sicher spektakulär den Zirkusdirektor mit dem Lasso eingefangen, der nun in Kreuzlingen verurteilt worden ist. Er hätte dem Bauern das Handwerk gelegt, der ausländische Wachteleier als einheimische aus Bodenhaltung deklarierte. Den Arboner Hotelier, der ohne Baubewilligung Pergolen aufgestellt hat, hätte der Sheriff sicher nicht so gehätschelt, wie es die Thurgauer Justiz tut. Mit zwei bis drei Hilfssheriffs wäre er in der Spelunke einmarschiert und hätte die frevlerisch errichteten Bauten kurzerhand abgerissen.

Und schliesslich wäre Marshal Blueboy nach Romanshorn geritten und hätte dort den Stadtrat gegen den aufgebrachten Mob geschützt. Auch wenn dieser das sauer verdiente Geld der Steuerzahler in hinterhältiger Absicht nach Frankreich schickt, so hat er doch einen fairen Prozess verdient. Lynchjustiz wird nicht toleriert. Auch im wilden Osten nicht.

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