ResTZucker: Invasive Politiker

Der Kampf gegen die sprachlichen Neophyten, die Anglizismen, ist schon längst verloren.

David Angst
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David Angst.

David Angst.

Ralph Ribi

Der Grosse Rat lehnt es mit 57 zu 50 Stimmen ab, den Verkauf und das Anpflanzen des Kirschlorbeers und 39 weiterer Arten zu verbieten. Damit ist der Kampf gegen die Neophyten wohl verloren. Der Tag wird kommen, an dem der Forstwart und SVP-Kantonsrat Paul Koch vor lauter Essigbäumen, falschen Akazien und Goldruten den Wald nicht mehr sieht. Und der Grosse Rat wird sich dann den Vorwurf gefallen müssen, nicht rechtzeitig einen Riegel geschoben zu haben. Dies im Gegensatz zum Bundesrat, der im Kampf gegen das Corona-Virus Rückgrat beweist und auch vor unpopulären Massnahmen nicht zurückschreckt.

Der Kampf gegen die sprachlichen Neophyten, die Anglizismen, ist ja längst schon verloren. Bereits die Primarlehrer unserer Grossväter kämpften vergeblich dagegen. Leider wurden damals keine Verbote ausgesprochen. Und deshalb trifft man sich nun in Frauenfeld nicht zum Velofahren, sondern zum digital cycling.

Nun kommen auch noch die politischen Neophyten in Form von Wahlplakaten «fremder» Politiker hinzu. Am Kreuzlinger Bärenplatz empfahlen sich Marc Mächler und Beat Tinner für den Regierungsrat. Die beiden kennt hierzulande keiner, und schon gar nicht der Plakatkleber der APG. Mächler und Tinner kandidieren nämlich im Kanton St. Gallen.

Hoffentlich lassen sich die Wähler dadurch nicht irritieren. Nichts gegen die Volksinitiative des Kreuzlinger Stadtpräsidenten, der den Ausländern das kommunale Stimmrecht geben will. Dass aber zwei St. Galler bei uns in den Regierungsrat gewählt würden, das würde dann doch zu weit führen.