Kolumne

ResTZucker: Appell an die Vernunft

Die Grünen des Bezirks Kreuzlingen wollen der Unsitte des Feuerwerkens an den Kragen.

David Angst
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David Angst, Chefredaktor Thurgauer Zeitung.

David Angst, Chefredaktor Thurgauer Zeitung.

Ralph Ribi

Sie haben dazu nicht gerade eine Begrenzungs-Initiative lanciert, aber immerhin eine Begrenzungs-Petition. An der Medienkonferenz betonen sie, es gehe ihnen nicht um ein Verbot. Sie wollten lediglich an die Vernunft appellieren.

Der grüne Appell an die Vernunft liest sich im Petitionstext so: «Es ist jetzt Zeit, dass Behörden dem Feuerwerktreiben in Dörfern und Städten Grenzen setzen». Und damit die Leute ein wenig zur Vernunft erzogen werden, dürfen sie, so ein Vorschlag der Grünen, am 1. August und am Silvester nur noch in bestimmten Zonen und zu bestimmten Zeiten Feuerwerk ablassen. (Zum Beispiel mittags von 12.00 bis 12.05 Uhr ganz hinten im Tannzapfenland.) Das wäre dann ja kein Verbot. Und die Polizei würde in den Dörfern umherfahren und ein wenig aufpassen, ob die Leute vernünftig sind.

Auch beim Seenachtsfest setzen die Grünen auf die Vernunft. Statt eines Feuerwerks soll eine Drohnenshow gezeigt werden. Die Veranstalter seien schliesslich vernünftige Leute. Das scheint aber eine Fehleinschätzung zu sein. Der Geschäftsführer des Seenachtsfestes bezeichnet sein Feuerwerk nämlich als «Kunst». Offenbar ist er der Meinung, unter dem Label «Kunst» sei alles erlaubt.

Naja, mit solchen Leuten haben die Grünen ja Erfahrung. Deshalb schreiben sie vorsorglich in ihrer Petition: «Verhaltensänderungen sind schwierig, deshalb muss jetzt ein wirksamer, sichtbarer Anfang gemacht werden. Die Freiheit des Einzelnen endet dort, wo andere geschädigt werden.» Es geht aber, wie gesagt, nicht um ein Verbot.