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RESTAURANTBESUCH: Streit um Arboner Wunderbar wegen Kinderwagen-Verbot: "Willkommen im kinderunfreundlichen Land"

Kinderwagen nicht erlaubt: Mütter und Väter müssen diesen zu Hause lassen, wollen sie die "Wunderbar" in Arbon besuchen. Während einige das Verbot nicht nachvollziehen können, zeigen andere Verständnis für die Wirtin.
Alexandra Pavlovic
In der Wunderbar in Arbon müssen Kinderwagen draussen bleiben. (Bild: Max Eichenberger)

In der Wunderbar in Arbon müssen Kinderwagen draussen bleiben. (Bild: Max Eichenberger)

"Richtig reagiert! Kinder gehören nicht in eine Bar", schreibt Yannick Kniebs auf der Facebook-Seite von "Tagblatt Online". Und auch Peter Anton Klaus kann die Entscheidung der "Wunderbar"-Wirtin nachvollziehen. "Ich sehe viele junge Mütter mit ihren Kindern, das Handy ist oftmals aber wichtiger als der Nachwuchs - ob auf dem Trottoir, Kinderspielplatz oder im Bad. Und wenn was passiert, sind alle anderen schuld", sagt er. Hintergrund der Reaktionen: Bis vor kurzem konnten Mütter und Väter das Restaurant Wunderbar in Arbon mit dem Kinderwagen besuchen. Doch damit ist nun Schluss. Geschäftsführerin Simone Siegmann hat diesbezüglich ein Verbot erlassen. Dies, weil ihr Lokal immer wieder mit Kinderwagen vollgestellt wurde, wie sie sagt.

Nicht nur die vielen Kinderwagen können offenbar stören, auch der dadurch verursachte Lärmpegel scheint ein Problem zu sein. Ein Besucher geht tagsüber schon gar nicht mehr in die "Wunderbar", obwohl ihm das Konzept gefalle. "Der Lärm durch die Kleinkinder ist mitten am Tag oft so gross, dass ich mich dort nicht mehr wohl fühle", schreibt der "Tagblatt"-Leser. Er verstehe daher den Entscheid der Wirtin sehr gut. Facebook-Kommentatorin Heidi Bolliger ist selber Mutter und zeigt ebenfalls Verständnis für die Geschäftsführerin. "Die "Wunderbar" hat ja kein Problem mit dem Besuch von Müttern und Kindern, sondern mit dem Benehmen." Aber eben, das mit dem Erziehen sei halt so eine Sache. Vielfach lasse man die Kinder einfach gewähren, schliesslich wollten auch sie ihre Erfahrungen machen. Wenn dann jemand reagiere, heisse es schnell einmal: "Da ist jemand kinder- und familienfeindlich." Aus eigener Erfahrung weiss Bolliger, dass man mit Kindern durchaus elegant essen gehen könne. "Die Kinder müssen von Anfang an einfach lernen, was es heisst, auswärts zu essen und wie sie sich benehmen müssen." Klar seien Kinder immer noch Kinder, dennoch könnten sie alles lernen - "es braucht einfach Zeit und Aufwand."

"Es braucht mehr Angebote für Mütter und Kinder"

Für Jeannine Hilber-Zbinden hingegen bringen derartig strikte Verbote nur Ärger und Frust. "Willkommen im kinderunfreundlichen Land. Es braucht mehr Angebote für Mütter und Kinder", schreibt sie auf Facebook. Auch sie wolle einmal in einem schönen Café verweilen, daher wäre eine individuelle Lösung wünschenswert. Generell findet sie: "Ein schlafendes Baby sollte sehr wohl mit Wagen rein dürfen. Bei einem Kleinkind, welches jedoch gut sitzen kann, darf der Kinderwagen auch einmal draussen bleiben." Wie Hilber-Zbinden ist auch Manuela Bornhauser der Meinung, dass es heutzutage zu wenige Restaurants gibt, wo Kinder gerne gesehen sind. "Leider beobachtet man heutzutage aber immer öfter Mütter, die während des Besuchs permanent am Handy sind." Sie aber besuche ein Restaurant oder eine Bar mit der Absicht, Zeit ohne Kindergeschrei zu verbringen. "Ich verstehe also beide Seiten."

So oder so sei es die Pflicht der Eltern sicherzustellen, dass die Kinder unter Aufsicht sind und sich benehmen, findet Markus Ammann. "Das funktionierte doch früher auch ziemlich gut."

Verständnis für Verbote

Dass wegen zu vieler Kinderwagen in Restaurant Verbote erlassen werden, geht einigen zu weit. Ein Grossteil der Ostschweizerinnen und Ostschweizer scheint aber Verständnis für den Entscheid zu haben. Wie eine Umfrage unter rund 860 Tagblatt-Lesern zeigt, stimmten bis Montagmittag rund dreiviertel Personen mit Ja. Wie sehen Sie das?

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