Wiedereröffnung
«Überrannt worden sind wir nicht»: Der grosse Ansturm auf St.Galler Einkaufszentren bleibt aus

Die grossen Einkaufszentren in der Ostschweiz hatten am Montag erhöhte Besucherzahlen, doch ein übermässiger Andrang nach den Lockerungen blieb grösstenteils aus. Ein Grund dafür könnte das schöne Wetter sein.

Enrico Kampmann
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Ostschweizer Einkaufszentren hatten am Montag nach der Wiedereröffnung der Geschäfte verhältnismässig hohe Besucherzahlen. Doch der grosse Ansturm aus.

Ostschweizer Einkaufszentren hatten am Montag nach der Wiedereröffnung der Geschäfte verhältnismässig hohe Besucherzahlen. Doch der grosse Ansturm aus.

Bild: Ralph Ribi

Nach sechs Wochen sind am Montagmorgen die Geschäfte wieder aufgegangen. Drei grosse Einkaufszentren in der Ostschweiz verzeichneten über den Tag hinweg vergleichsweise hohe Besucherzahlen für einen Wochentag, doch einen grossen Ansturm erlebte keines von ihnen.

«Überrannt worden sind wir nicht», sagt Marc Schäfer, Leiter der Shopping Arena in St.Gallen. Er fügt an:

«Insgesamt hatten wir etwa 50 Prozent mehr Besucher, als an einem normalen Montag.»

Das entspreche den Erwartungen. Nach dem ersten Lockdown im letzten Frühling sei die Situation ähnlich gewesen. Diesmal habe es im Einkaufszentrum womöglich noch ein paar Besucher weniger gehabt, da die Restaurationsbetriebe geschlossen seien, sagt Schäfer.

Marc Schäfer, Leiter Shopping Arena, St.Gallen.

Marc Schäfer, Leiter Shopping Arena, St.Gallen.

Bild: PD

Genaue Zahlen habe er noch nicht, doch Schäfer schätzt, dass an diesem Montag insgesamt ungefähr 15'000 bis 18'000 Besucher in der Arena gewesen seien. An Samstagen seien es in der Regel 20'000 bis 25'000.

Gemäss den aktuellen Auflagen des Bundes dürfen sich in grossen Einkaufszentren wie der Shopping Arena maximal 2500 Besucher zur gleichen Zeit aufhalten. Diese Schwelle sei an diesem Montag aber zu keinem Zeitpunkt erreicht worden, sagt Schäfer.

Im Einkaufszentrum Rheinpark in St.Margrethen, welches der Migros gehört, sah es ähnlich aus. Andreas Bühler, Leiter der Kommunikation von Migros Ostschweiz, sagt: «Die Kundenfrequenz im Rheinpark war im Vergleich zu einem normalen Wochentag leicht erhöht, aber es gab keinen Ansturm.»

Diese Aussage würde allgemein auf Einkaufszentren und Fachmärkte in der Ostschweiz zutreffen. Den Grund dafür sieht Bühler unter anderem beim guten Wetter:

«Grundsätzlich haben wir bei schlechtem Wetter bedeutend stärkere Verkaufszahlen, als wenn die Sonne scheint.»

Am Montagmorgen berichtete «20 Minuten», dass sich vor mehreren Ikea-Filialen längere Schlangen gebildet hätten. Simona Crivelli, Pressesprecherin Ikea Schweiz, bestätigt, dass dies unter anderem auch in St.Gallen der Fall gewesen sei. Jedoch hätten sich diese Schlangen nach Ladenöffnung sofort wieder aufgelöst. Auch sie sagt:

«Wir hatten mehr Kunden als an einem normalen Montag, aber von einem Ansturm kann nicht die Rede sein.»

Allerdings ist es gut möglich, dass der grosse Ansturm noch auf sich warten lässt. Schäfer und Crivelli sagen unabhängig voneinander, dass am kommenden Samstag durchaus mit einem grossen Ansturm gerechnet werden könne, wenn das Wetter schlecht sei.