Wandertipp
Über fünf Brücken von St.Gallen nach Hundwil – und zurück

Der Weg vom Bahnhof Haggen nach Hundwil ist abenteuerlich: Gleich mehrere Tobel müssen überwunden werden.

Claudio Weder
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24 Bilder

Infobox

Start: St.Gallen, Haggen
Ziel: St.Gallen, Haggen
Strecke: 13,3 km
Wanderzeit: 4 h 50 min
Aufstieg: 821 m
Abstieg: 821 m
Ausrüstung: Gutes Schuhwerk erforderlich, die Wanderung ist nicht für Kinderwagen geeignet.
Gaststätten: Schlössli Haggen, Bären Sturzenegg (Über Öffnungszeiten informieren Sie sich am besten direkt bei den jeweiligen Restaurants)
Parkplätze: Bahnhof Haggen
Öffentlicher Verkehr: Haggen ist gut mit der Bahn von St.Gallen oder Herisau erreichbar.
Kartenmaterial: Landkarte 1:25000, 1094 Degersheim & 1095 Gais. (wec)

Schlössli Haggen Ausgangspunkt für diese Wanderung bildet das Schlössli Haggen, welches man in einem fünfminütigen Fussmarsch vom Bahnhof St.Gallen Haggen aus erreicht. Dort angekommen, wandert man zunächst auf dem St.Galler Brückenweg, der mit braunen Wegweisern ausgeschildert ist. Die erste Brücke, die Haggenbrücke («Ganggelibrugg»), ist bereits nach wenigen Minuten erreicht. Sie ist an ihrer höchsten Stelle knapp 100 Meter hoch und verbindet das Haggen-Quartier mit der Ausserrhoder Gemeinde Stein. Auf der 355 Meter langen Brücke eröffnen sich einem nicht nur faszinierende Tief-, sondern auch Weitblicke.

Kubel Hat man die Ganggelibrugg passiert, zweigt der Weg alsbald nach rechts in Richtung Kubel ab. Auf einer flachen, asphaltierten Strasse geht es vorbei an Höfen, dann wird der Weg steiler und führt auf Kies hinunter zur Urnäsch.

Sturzenegg Am tiefsten Punkt der Wanderung angelangt, kurz bevor die Urnäsch in die Sitter mündet, verlässt man den St.Galler Brückenweg. Man überquert die gedeckte Holzbrücke und steigt auf einem steilen Waldweg zur Herisauer Sturzenegg empor. Nach schweisstreibenden 150 Höhenmetern erreicht man eine Weggabelung, wo man nach links in Richtung Burgruine Urstein abzweigt. Zur Rechten lockt die Gartenterrasse des Restaurants Bären.

Burgruine Urstein Nach rund 300 Metern auf asphaltiertem Untergrund zweigt der Weg erneut nach links ab und führt anschliessend über Wiesen zur nächsten Tobelpassage dieser Tour. Gutes Schuhwerk ist für diesen Streckenabschnitt zwingend notwendig. Auch empfiehlt es sich, diese Route nur bei trockenen Verhältnissen zu machen, wenn man ungewollte Rutschpartien vermeiden will.

Stösselbach Über mehrere Holzstufen und zuletzt über eine steile Eisentreppe gelangt man hinunter zum Stösselbach. Diesen überquert man über eine kleine Brücke. Am anderen Ufer angelangt, geht es sogleich wieder steil über mehrere Holzstufen empor. Nach einer erneuten Brückenüberquerung erreicht man den Waldrand, von wo aus man in einem kurzen Abstecher der Burgruine Urstein einen Besuch abstatten kann.

Alte Tobelbrücke Weiter führt der Weg unter Kirschbäumen hindurch auf eine flache Fahrstrasse. Dieser folgt man für kurze Zeit, passiert mehrere Bauernhöfe, bevor man wieder nach links in Richtung Urnäschtobel abzweigt. Der Weg führt leicht absteigend während rund 100 Metern dem Waldrand entlang, zweigt dann nach rechts in den Wald ab. Auf schmalem Pfad geht es über steile Serpentinen rund 100 Höhenmeter hinunter ins Tobel. Anschliessend führt der mit einer Kette gesicherte Pfad auf der rechten Tobelseite entlang zur Alten Tobelbrücke. Deren Dachbinder sind mit Sprüchen versehen, weshalb sie den Übernamen «sprechende Brücke» trägt.

Rachentobel Nach dem Passieren der Brücke folgt erneut ein kurzer Anstieg durch den Wald. Nach 100 Höhenmetern hat man eine Hochebene erreicht, von welcher aus der Blick auf das Dorf Hundwil frei wird. An der folgenden Kreuzung wählt man denjenigen Weg, der geradeaus weiterführt. Dieser zweigt nur wenige Meter später wieder nach links ab - wo das nächste Tobel, das Rachentobel, wartet.

Wilen – Haggen Nachdem man dieses durchquert hat, ist der abenteuerliche Part dieser Wanderung vorbei. Man folgt dem flachen, breiten Wanderweg, vorbei an saftig-grünen Wiesen, nach Wilen und gelangt von dort über Nord, Buch und Rüti nach Störgel und via Ganggelibrugg zurück nach Haggen.

Wer aber noch nicht genug hat von Tobeln, Bächen und Brücken, kann eine Zusatzrunde anhängen: Von Wilen aus besteht die Möglichkeit, in Richtung Stein zu wandern. Über den Badeplatz Strom und die Strafanstalt Gmünden gelangt man zurück nach Haggen.