Wandertipp
Den Alpstein aus der Ferne bewundern: Von Weissbad hinauf zur Ahorn-Kapelle und zurück

Wer den Wandertourismus im Alpstein lieber meidet, dem sei geholfen: Von Weissbad geht es über Wiesen und Gewässer hoch zur idyllischen Ahorn-Kapelle, wo man das Panorama bewundern kann. Der Rückweg führt über den Leuenfall und die Sonnenhalb-Kapelle. Auf dem vielfältigen Rundweg ist für jedermann etwas dabei.

Gabriela Schmid
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Die Rundwanderung bietet viel Abwechslung und ist auch für Familien und Senioren geeignet.
9 Bilder
Der schattige Wald bietet nach einem Aufstieg etwas Abkühlung.
Auf dem Weg zum Ahorn überquert man zahlreiche Brücken.
Vom Alpsteinpanorama kann man sich kaum sattsehen.
Ein Schotterweg trennt die Ahorn-Kapelle und das Berggasthaus.
Im Hintergrund der Wallfahrtskapelle ist die Säntiskette zu erkennen.
Der St.Galler Felix Lämmler befuhr 2007 mit seinem Kanu den Leuenfall.
Das Waldgasthaus Lehmen ist der Startpunkt des Potersalp-Rundwegs.
Im Sommer finden monatlich Gottesdienste in der Sonnenhalb-Kapelle statt.

Die Rundwanderung bietet viel Abwechslung und ist auch für Familien und Senioren geeignet.

Bild: Gabriela Schmid

Infobox

Start: Bahnhof Weissbad
Ziel: Bahnhof Weissbad
Strecke: 13,4 km
Wanderzeit: vier Stunden
Aufstieg: 557,8 m
Abstieg: 557,8 m
Ausrüstung: gutes Schuhwerk; Wanderung nicht für Kinderwagen geeignet
Gaststätten: Berggasthaus Ahorn, Waldgasthaus Lehmen
Öffentlicher Verkehr: Appenzeller Bahn S23 (Gossau SG–Wasserauen), Postauto-Linie 192 (Brülisau–Weissbad) und PubliCar Appenzell (Rufbus)
Kartenmaterial: Landkarte: 1:25000, Blatt: 1115 Säntis. (gsc)

Weissbad: Ausgangspunkt der Rundwanderung ist der Bahnhof Weissbad. Da die Parkmöglichkeiten begrenzt sind, empfiehlt sich die Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Von hier aus läuft man gen Südwesten vorbei an der Flugschule Appenzell und passiert die Brücke über den Brüelbach. Bei der Gabelung biegt man rechts in die Strasse zum Hotel Hof Weissbad ein und überquert den Weissbach.

Bei der Ankunft am Bahnhof Weissbad sieht man bereits einen Teil des Alpsteins.

Bei der Ankunft am Bahnhof Weissbad sieht man bereits einen Teil des Alpsteins.

Bild: Gabriela Schmid

Rechböhl: Dem Wegpfeil Ahorn entlang steigt man zunächst die Treppe zum Wäldchen hinauf und folgt dem schmalen Pfad, bis man über die Wiese zum Hof Rechböhl gelangt. Auf dem Grundstück der Familie Fässler steht die im Jahr 1655 erbaute Rechböhl-Kapelle, welche in Absprache mit der Verwalterin Doris Manser-Fässler besucht werden kann.

Das Bergpanorama im Blickfeld, läuft man hinab zur Sonnenhalbstrasse und schwenkt sogleich rechts in die Klosterspitzstrasse ein. Nach einem kurzen Anstieg folgt man dem Wegweiser links zum Wald, überschreitet den Bach und trifft auf eine Sitzbank mit Aussicht. Danach führt der Pfad über den Hang bereits zum nächsten Waldstück.

Schon beim Hof Rechböhl kann man sich über die Szenerie erfreuen.

Schon beim Hof Rechböhl kann man sich über die Szenerie erfreuen.

Bild: Gabriela Schmid

Sonnenhalb: Durch den Wald und über Weiden erreicht man den Hof Wedhapfen und geht auf die geteerte Gächtenstrasse über. Ein Schild am Strassenrand weist darauf hin, dass man sich nun in empfindlichem Lebensraum befindet: Ab hier dürfen die markierten Routen nicht verlassen werden, Hunde sind an der Leine zu führen, es gilt Campierverbot.

Nach etwa zehn Minuten spaziert man wieder auf Naturpfad und durchquert – stets in Richtung Ahorn – Gächtenboden, Untere Gächten, Unteren Orlehan und Untere Helchen. Dichte Wälder, blühende Wiesen, plätschernde Bäche und felsige Tobel sorgen für eine abwechslungsreiche Wanderung. Zwischendurch wird man mit der spektakulären Kulisse des Alpsteins belohnt.

Mehr als Wanderer kommen einem weidende Kühe entgegen.

Mehr als Wanderer kommen einem weidende Kühe entgegen.

Bild: Gabriela Schmid

Einige hundert Meter nach dem Helchenwald führt der Weg hinunter zum Sönderlibach. Vor der Brücke ist eine Gedenktafel angebracht: Hier stürzte das Appenzeller-Original «Böhlere-Bueb» im September 1979 in den Tod. Dann verlässt man die Schlucht und zweigt links auf den Kapellenweg ab.

Ahorn: Noch ein letzter Waldabschnitt und man gelangt über die Wiese zum Berggasthaus Ahorn. Die Speisekarte bietet verschiedene Getränke und Gerichte, zahlen kann man mit Bargeld oder Twint. Gegenüber auf dem Hügel steht die Ahorn-Kapelle, deren Geschichte ins 19. Jahrhundert zurückgeht. Die ruhige Atmosphäre der Wallfahrtskapelle und die Pracht der umliegenden Berge laden zum Verweilen ein.

Im Jahr 1930 wurde die Ahorn-Kapelle beinahe durch einen Brand zerstört.

Im Jahr 1930 wurde die Ahorn-Kapelle beinahe durch einen Brand zerstört.

Bild: Gabriela Schmid

Leuenfall: Um von der Kapelle an den Wasserfall zu kommen, muss man den Wald entlang bergab marschieren. Am Wegrand sind im Abstand von einigen Metern Kreuzwegstationen mit biblischen Malereien zu sehen. Im Wald überquert man schliesslich erneut den Weissbach, ehe man vor der Leuenfallbrücke den Berndlibach bachaufwärts geht.

Schon von weitem hört man das Getöse des Wassers, das aus 34 Metern Höhe stürzt. Doch der Leuenfall blitzt erst kurz vor der Ankunft zwischen den Bäumen hervor. Beim Sonnenbaden am steinigen Ufer wird man von der feuchten Brise erfrischt.

Lehmen: Um zum Waldgasthaus Lehmen zu gelangen, muss man auf demselben Pfad zurückkehren und die Brücke passieren. Der Kiesweg führt aus dem Wald heraus zur Wiese und schliesslich zum Restaurant. Hier gibt es ein breites Angebot an Speisen, Getränken und Desserts, Kartenzahlung ist möglich. Von der Terrasse aus kann man die Sicht auf den Nordhang des Alpsteins geniessen.

Eugst: Die Strasse vor dem Gasthaus führt talauswärts zum nächsten Wegpunkt. Bevor man links beim Bauernhof Eugst die Wiese betritt, kann man noch einen Blick auf die Bergkette werfen. Der Weg über die offene Weide ist mit gelb gefärbten Pfählen markiert. Ein steiler Wanderpfad führt in ein Waldstück hinab und erneut den Weissbach hinüber.

Hinter dem Hof Eugst erhebt sich der Schäfler.

Hinter dem Hof Eugst erhebt sich der Schäfler.

Bild: Gabriela Schmid

Sonnenhalb: Vom Tobel steigt man über eine Wiese zur Tüllenstrasse hinauf. Dieser folgt man etwa eineinhalb Kilometer zur idyllischen Sonnenhalb-Kapelle, auch Kapelle Sieben Schmerzen Mariens genannt. Nach der Besichtigung oder einer kleinen Verschnaufpause auf dem Aussichtsbänkchen geht es hoch zur Sonnenhalbstrasse. Vor der zweiten Kurve steuert man dann auf eine schmale Treppe zu.

Weissbad: Oben angelangt, wandert man auf bekanntem Weg vom Bauernhaus am Hofstatt über das Rechböhl zurück zum Dorf. Dabei überquert man ein letztes Mal den Weissbach, an dessen Ufer man die müden Füsse abkühlen kann. Am Bahnhof angekommen, ist die eindrucksreiche Halbtageswanderung beendet.

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