Wandertipp
Einmal quer durch Niederbüren: Diese Wanderung ist für Personen, die gerne ihre Ruhe haben

Vom Amphibienlaichgebiet zur Drumlinlandschaft und wieder zurück: Dieser Rundweg führt quer durch die hügelige Landschaft der St.Galler Gemeinde Niederbüren.

Sheila Eggmann
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18 Bilder

Bild: Sheila Eggmann

Die Wanderung im Überblick

Start und Ziel: Kirche Niederbüren
Strecke: 8,7 km
Wanderzeit: 2 h 20 min
Aufstieg: 221 m
Abstieg: 221 m
Ausrüstung: Gutes Schuhwerk, Wanderung ist nicht für Kinderwagen geeignet.
Öffentlicher Verkehr: Bushaltestelle Niederbüren, Dorf.
Kartenmaterial: 1:25000, 1074 Bischofszell. (shi)

1 Kirche Niederbüren – Die Wanderung beginnt beim Parkplatz der Kirche in Niederbüren. Fall es hier einmal keinen Platz hat, gibt es in unmittelbarer Nähe bei der Wältishusstrasse weitere Parkiermöglichkeiten. Wer mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anreist, steigt bei der Haltestelle Niederbüren, Dorf aus und folgt der Poststrasse bis zur Kirche. Der Weg führt zuerst am Gemeindesaal und der Primarschule vorbei in Richtung Osten.

2 Vitaparcours – Nach kurzer Zeit erreicht man einen kleinen Vitaparcours. In diesem Gebiet hat die Hastag St.Gallen Bau AG früher Kies abgebaut. Die Grube wurde anschliessend wieder aufgefüllt und rekultiviert, wie auf einer Informationstafel daneben steht. Als Entschädigung für den jahrzehntelangen Lastwagenverkehr durch den Ort hat die Baufirma den Bewohnern etwas zurückgeben wollen und diesen Vitaparcours finanziert.

Aus dem künstlichen Tümpel mit dem Schlammwasser des Kiesabbaus wurde ausserdem ein natürlicher Weiher. Das gesamte Gebiet ist als Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung ausgewiesen. Bergmolche, Erdkröten, Gelbbauchunken, Geburtshelferkröten und vielerlei Arten von Fröschen kommen hierher, um zu laichen.

3 Tannwisen – Weiter geht's eine kleine Anhöhe hinauf. Nachdem man den Waldrand passiert hat, muss man kurz aufpassen: Noch vor Wältishus, das sind die wenigen Häuser, die man weiter vorne sieht, geht es rechts querfeldein über ein Feld. Der Pfad ist mit zwei Wegweisern ausgewiesen.

Die Wanderung führt nun unter Hochstammbäumen hindurch, an einem Bauernhof vorbei und hinein in einen kleinen Waldabschnitt. Eingangs Wald weist eine Tafel des Schweizerischen Bankvereins (die steht wohl auch schon eine Weile hier) darauf hin, dass man sich in einer Drumlinlandschaft von kantonaler Bedeutung befindet. Drumlins sind Hügel mit elliptischem Grundriss, welche unter den eiszeitlichen Gletschern entstanden sind.

Nachdem man durch den Wald gelaufen ist, erreicht man den vierten Wegpunkt: Das Bänkli, das auf der linken Seite am Waldrand steht.

4 Bänkli mit Säntisblick – Hier lohnt es sich, eine Pause einzulegen und den Blick auf den Säntis zu geniessen. Danach geht's weiter in südwestlicher Richtung bis zur Henessenmüli. Die dortigen Häuser stehen teilweise auf Gossauer und teilweise auf Niederbürer Boden.

In dieser Gegend dürfte schon im 14. Jahrhundert eine Mühle gestanden haben, wie die Stadt Gossau auf ihrer Webseite schreibt. Weiter steht dort: «In früheren Zeiten war die Henessenmühle ein beliebter Marschhalt für die Toggenburger Bauern auf dem Weg zum Markt in Bischofszell. In jüngerer Zeit hat sie sich zum beliebten ländlichen Ausflugsziel und zum hoch stehenden Speiselokal entwickelt.» Wären die Restaurants nicht wegen des Coronavirus geschlossen, könnte man hier einkehren.

5 Junkertschwil – Anschliessend führt der Weg am kleinen Ort Junkertschwil vorbei. Nach einer kurzen Zeit erreicht man Harschwil. Dort biegt man bei der Hertenbergstrasse rechts ab. Nach etwa 20 Minuten gelangt man erneut zu einem kleinen Waldstück. Wenn es zuvor geregnet hat, lohnt es sich, festes Schuhwerk anzuziehen, denn in diesem Abschnitt ist es leicht matschig. Hier läuft man, begleitet von Vogelgezwitscher und Bachrauschen, durch das Hertenbergtobel.

6 Paradies – Kurz vor Waldausgang passiert man das Paradies, so ist es zumindest in der Wanderkarte angegeben. Der letzte Abschnitt führt der Rätenbergstrasse nach zurück zum Ausgangspunkt in Niederbüren. Die Wanderung dauert rund zweieinhalb Stunden. Was auffällt: Auf dem gesamten Weg trifft man kaum auf andere Wanderer. So kann man die Ruhe in der Natur besonders geniessen.