Wandertipp
Die Herbströte von oben bestaunen: Durch die Zahme Gocht zur Alp Sigel

Zu Beginn gemächlich, dann stets anspruchsvoller: Der Weg zur Alp Sigel durch die Zahme Gocht ist kein Zuckerschlecken. Umso reicher wird man auf der Krete mit einem prachtvollen 360-Grad-Panorama belohnt. Der Abstieg über den Ruhsitz rundet diese vielseitige Halbtageswanderung angenehm ab.

Gabriela Schmid
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Die Landschaft leuchtet in allerlei Herbstfarben.
13 Bilder
Eine geteerte Strasse führt von der Kastenbahn hinunter zum Wanderpfad.
Das bunte Laub bedeckt die Waldböden.
Auf den Feuchtwiesen der Obere Leugangen wächst im Frühling und Sommer eine wundervolle Blütenpracht.
Bei der Alp Bärstein kann man auf den Bänken Rast machen.
Das Appenzellerland und fernab das Rheintal von der Sigelwand aus.
Die Sigelwand ragt senkrecht in die Höhe.
In Vordergrund die Hütte Hasenplatten auf der Alp Sigel, im Hintergrund der Hohe Kasten.
Von der Krete zum Plattenbödeli wandert man eine dreiviertel Stunde zwischen Wälder hinab.
Spektakuläres Bergpanorama: Hinten die österreichischen Berge und vorne die Alpsteinkette.
Das Berggasthaus Plattenbödeli bietet innen und aussen Platz, um einzukehren.
Eine kurvige Naturstrasse führt zum Berggasthaus Ruhesitz.
Auch auf dem Rückweg bietet die Wanderung eine tolle Aussicht.

Die Landschaft leuchtet in allerlei Herbstfarben.

Bild: Gabriela Schmid

Infos zur Wanderung

Start: Brülisau
Ziel: Brülisau
Strecke: 11 km
Wanderzeit: 4 h 30 min.
Aufstieg: 854 m
Abstieg: 854 m
Ausrüstung: Gutes Schuhwerk, Wanderung nicht für Kinderwagen geeignet
Gaststätten: Berggasthaus Plattenbödeli, Berggasthaus Ruhesitz
Öffentlicher Verkehr: Postauto-Linie 192 ab Bahnhof Weissbad, PubliCar Appenzell (Rufbus)
Parkplätze: Kostenlose Parkplätze bei der Talstation Brülisau, kostenpflichtige Parkplätze bei umliegenden Bauernhöfen
Kartenmaterial: Landkarte: 1:25000, Blatt: 1115 Säntis (gsc)

1 Brülisau Startpunkt dieser Halbtageswanderung ist die Talstation der Luftseilbahn in Brülisau. Gleich nebenan befindet sich ein grosser Parkplatz. Achtung: An Schönwettertagen schwinden die Parkmöglichkeiten bereits früh – auch auf den umliegenden Bauernwiesen. Es empfiehlt sich deshalb die gemütliche Anreise mit Bahn und Bus. Schon bei der Ankunft macht sich beim Anblick des eindrucksvollen Alpsteinmassivs die Vorfreude breit.

2 Rossweid Vom Dorfkern aus folgt man der Bergerstrasse abwärts und zweigt vor dem Brüelbach links ab. Etwa 200 Meter weiter erscheint auf der rechten Seite eine kleine Brücke. Einmal überquert, befindet man sich auf dem Wanderpfad in Richtung Alp Sigel. Auf torfigem Boden schreitet man über die Rossweid dem ersten Wäldchen entgegen. Für den hier beginnenden Aufstieg ist gutes Schuhwerk zwingend.

Über diese Brücke passiert man den Brüelbach, um zum Wanderweg zu gelangen.

Über diese Brücke passiert man den Brüelbach, um zum Wanderweg zu gelangen.

Bild: Gabriela Schmid

3 Chehr Am Waldrand angelangt, lädt die Aussicht auf den Säntis, das Öhrli und die Ebenalp zu einer kurzen Verschnaufpause ein, ehe der Weg gen Süden weiter bergauf führt. Hier lohnt es sich, das Tempo etwas zu zügeln und die malerische Landschaft bis zum nächsten Waldstück auf sich wirken zu lassen.

4 Bärstein Nach einem zirka 15-minütigen Marsch durch den Wald, erreicht man sodann den wohl steilsten Hang der Wanderung. Im Zickzack bahnt sich der schmale Pfad zur Alp Bärstein, wo Holzbänke für einen kleinen Zwischenstopp bereitstehen. Je mehr Höhenmeter man erklimmt, desto weiter reicht der Blick in das hügelige Appenzellerland.

Die Alp Bärstein befindet sich auf ungefähr 1440 Meter.

Die Alp Bärstein befindet sich auf ungefähr 1440 Meter.

Bild: Gabriela Schmid

5 Zahme Gocht Bei gutem Wetter lässt sich bereits am Fuss der Sigelwand das Rheintal in der Ferne erkennen. Zur Zahme Gocht muss man dem senkrecht emporragendem Gestein knapp 100 Meter nach rechts folgen. Dann ist ein letzter Kraftakt gefragt: Der Durchstieg durch die Felsscharte ist zwar mit Drahtseilen versehen, dennoch sollte man auf seine Schritte achten.

Trotz des imposanten Eindrucks, lässt sich die Zahme Gocht gut meistern.

Trotz des imposanten Eindrucks, lässt sich die Zahme Gocht gut meistern.

Bild: Gabriela Schmid

6 Alp Sigel Oben angekommen, wird man von einem unvergleichlichen Bergpanorama begrüsst: Die Staubern vor einem, westlich der Hohe Kasten und am Horizont die österreichischen Gipfel. Im Sommer ist auf den Wiesen der Alp Sigel eine vielfältige Flora zu entdecken. Eine verblichene Tafel weist darauf hin, dass die Hochebene ein Pflanzenschutzgebiet ist. Auf dem Wanderweg bergab stösst man auf einige Alpbetriebe. Während der Saison sind in der Hasenplatten und den Chlepfhütten Übernachtungen möglich. Die Familie Neff-Rusch betreibt in ihrem Garten zudem ein schlichtes Beizli.

7 Plattenbödeli Zwischen Sigel- und Brunstwald geht es durch den Chrutzug hinab zum Plattenbödeli. Immer wieder erhascht man dabei einen Blick auf den Sämtisersee. Nach einer Stärkung im Berggasthaus, lohnt sich ein Abstecher an dessen idyllischen Ufer. Wer hier jedoch schon heimkehren möchte, kann durch das Brüeltobel zurück nach Brülisau. Das stotzige Natursträsschen hinunter ist allerdings nichts für weiche Knie.

Auf gemütlichem Weg geht es vom Plattenbödeli zum Ruhsitz.

Auf gemütlichem Weg geht es vom Plattenbödeli zum Ruhsitz.

Bild: Gabriela Schmid

8 Ruhsitz Angenehmer ist der Abstieg über den Ruhsitz. Vorbei an der Alp Soll spaziert man über Waldwege und Felder dem Hohen Kasten entgegen. Im Berggasthaus Ruhesitz bietet sich erneut eine Möglichkeit, um einzukehren. Der Talmarsch ist unkompliziert: Eine Asphaltstrasse schlängelt sich zurück ins Dorf. Für diesen Abschnitt kann man im Restaurant auch Trottinettes mieten (im Winter Schlitten). Viel schöner ist es jedoch, die saftigen Weiden zu durchqueren. Einzig beim allerletzten Waldabschnitt sollte man trittsicher hinabsteigen. Sobald man die Talstation erreicht, ist die Rundwanderung gemeistert.

Beim Abstieg zurück nach Brülisau ist es fast unmöglich, sich nicht umzusehen.

Beim Abstieg zurück nach Brülisau ist es fast unmöglich, sich nicht umzusehen.

Bild: Gabriela Schmid

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