ST.GALLER OSTERKRAWALLE
«Wir wollen möglichst viele Personen identifizieren, die sich strafbar gemacht haben»: Polizei sichtet stundenlang Videomaterial

Die St.Galler Stadtpolizei hat von den Krawallen am Osterwochenende mehrere Stunden Videomaterial gesammelt, das nun ausgewertet werden muss. Einige Personen konnten bereits identifiziert werden.

Siri Würzer
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Jugendliche, die während der Krawalle Sachschaden verursacht haben, könnten nun mit Hilfe des Videomaterials von der Stadtpolizei identifiziert werden.

Jugendliche, die während der Krawalle Sachschaden verursacht haben, könnten nun mit Hilfe des Videomaterials von der Stadtpolizei identifiziert werden.

Bild: Sandro Büchler (2. April 2021)

Nachdem in der St.Galler Innenstadt Ende März und am Karfreitag wegen Krawallen grosse Sachschäden entstanden sind, ist die Polizei zurzeit damit beschäftigt, die Schuldigen mit Hilfe des gesammelten Videomaterials zu den Krawallen zu ermitteln. Dazu müssen die Tatbestände den mutmasslichen Tätern zugeordnet und die einzelnen Personen identifiziert werden.

Dass bei Ausschreitungen gefilmt wird, ist nichts Aussergewöhnliches. Die Polizei nutzt regelmässig Videomaterial als Beweismittel. Es gehöre zur täglichen polizeilichen Arbeit, dass die Beweise von Straftatbeständen gesichert würden, schreibt Dionys Widmer, Mediensprecher der Stadtpolizei St.Gallen, auf Anfrage.

Die Stadtpolizei konnte bereits erste Personen in den Videos identifizieren.

Video: Raphael Rohner

Polizei wertet auch Videos von Privaten aus

Nachdem am Freitagabend, 2. April, massive Sachbeschädigungen im Bereich Kornhausplatz und Bahnhof vermeldet wurden, startete die Stadtpolizei einen Zeugenaufruf und bat Privatpersonen, welche Fotos oder Videos von besagtem Abend gemacht hatten, diese der Polizei zugänglich zu machen.

Beim Bahnhofplatz zünden Chaoten Petarden an und skandieren gegen die Polizei.
44 Bilder
Jugendliche rennen vor den Einsatzkräften davon.
Polizisten nehmen eine Person in der Multergasse fest.
Auf dem Roten Platz versammelten sich mehrere hundert Personen.
Stadtpräsidentin Maria Pappa ist vor Ort und sucht das Gespräch mit den Jugendlichen.
Chaoten werfen auf der St.Leonhard-Strasse Gegenstände umher.
Auf der St.Leonhard-Strasse setzt die Polizei Tränengas ein.
Auf der St.Leonhard-Strasse zünden die Chaoten einen Container an.
Polizistinnen und Polizisten liefen in schwerer Montur auf.
Jugendliche posieren vor den Kameras der Journalisten.
Die Einsatzkräfte beobachten die Situation.
Einsatzkräfte halten sich bereit.
Jugendliche ziehen sich in Ecken und Gassen zurück.
Einsatzkräfte kontrollieren ihre Ausrüstung.
Die Polizei verhaftete im Laufe des Abends mehrere Personen.
Einsatzkräfte pferchen die Jugendlichen zusammen.
Die Polizei riegelt den Zugang zum Roten Platz ab.
Einsatzfahrzeuge mit Gitter versperren Gassen.
Insgesamt sind 19 Personen zwecks Abklärung von Straftatbeständen verhaftet worden.
Polizisten führen eine Person beim Neumarkt ab.
Beim Broderbrunnen setzt die Polizei ebenfalls Personen fest.
Absperrungen der Baustelle bei der Teufener Strasse landen schliesslich in der Kornhausstrasse.
Taxis können sich durch die Menschenmassen bahnen.
Einsatzkräfte treiben die Jugendlichen zum Bahnhofplatz.
Die Polizei greift zu Tränengas.
Vandalen bewerfen beim Bahnhofplatz Polizisten mit Gegenständen.
Polizisten beobachten, wie Chaoten Petarden zünden.

Beim Bahnhofplatz zünden Chaoten Petarden an und skandieren gegen die Polizei.

Bild: Michel Canonica

Wie die Polizei dabei im Detail vorgeht, darüber werden ermittlungstechnisch keine Angaben gemacht. Widmer versichert aber, dass es eine sehr zeitintensive Arbeit ist. Der genaue Zeitaufwand könne aktuell jedoch noch nicht abgeschätzt werden. Widmer schreibt:

Dionys Widmer, Mediensprecher der Stadtpolizei St.Gallen.

Dionys Widmer, Mediensprecher der Stadtpolizei St.Gallen.

Bild: PD
«Wir wollen möglichst viele Personen, welche sich an den Gewaltausschreitungen beteiligt und strafbar gemacht haben, ausfindig machen und zur Anzeige bringen.»

Speziell ausgebildet, um Videos zu sichten

Dass es infolge von Gewaltausbrüchen notwendig ist, mit Hilfe des gesammelten Videomaterials Personen zu identifizieren, ist mit den St.Galler Krawallen kein Einzelfall. Gerade auch im Zusammenhang mit Ausschreitungen an Sportanlässen gibt es oft Ermittlungsarbeiten dieser Art. «Solche Videoauswertungen machen wir bereits seit Jahren», so Widmer. Weiter schreibt Widmer:

«Wir haben verschiedene Personen, welche für solche Auswertungen ausgebildet sind.»

Laut Widmer konnten bereits erste Personen identifiziert werden. Da die Ermittlungen aber noch laufen, werden diesbezüglich keine weiteren Informationen bekanntgegeben. Die einschlägigen Videoaufnahmen können als Beweismittel verwendet werden. Kann eine Person mittels Videomaterial identifiziert werden, dann wird diese bei der Staatsanwaltschaft angezeigt. «Es kann aber auch zu Anzeigen gegen unbekannt kommen», schreibt Widmer.

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