Schwere Regenfälle angekündigt: Schäden infolge von Unwetter über das Wochenende weniger stark als befürchtet

Die Velo- und Fusswege entlang des Rheins wurden gesperrt, die grösste Schweizerfahne durfte nicht hängen: Die Wettervorhersagen bereiteten am Wochenende viele Sorgen. Ganz so dramatisch war die Lage jedoch nicht. Und: Besserung ist vorläufig in Sicht.

Meret Bannwart
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Wegen eines Blitzeinschlages loderte in einem Toggenburger Ferienhaus ein Feuer.

Wegen eines Blitzeinschlages loderte in einem Toggenburger Ferienhaus ein Feuer.

Bild: Kapo SG

Über das Wochenende sind heftige Regenfälle in der Ostschweiz und auch schweizweit erwartet worden. Am Samstagmittag fiel das erste Opfer des Wetters: die grösste Schweizer Fahne der Welt. Die 80 mal 80 Meter grosse und über 700 Kilogramm schwere Fahne kleidet seit 2015 jedes Jahr den Ostschweizer Hausberg. Am 86. Geburtstag der Säntis-Schwebebahn, am 31. Juli, hätte sie wieder ausgerollt werden sollen. Doch am Mittag wurde entschieden: Dieses Jahr kann die Tradition nicht beibehalten werden. So fehlte der Anblick der grossen 1.-August-Fahne dieses Jahr.

Vereinzelte Schadenmeldungen über das Wochenende

Eine weitere Konsequenz hatten die Niederschläge am Wochenende: Laut der internationalen Rheinregulierung wurden am Samstagabend ab
20 Uhr die Fuss- und Velowege in den Vorländern entlang des Rheins vorsorglich gesperrt. Die Bevölkerung wurde gebeten, sich nicht in der Nähe des Rheins aufzuhalten. Aus Gründen der persönlichen Sicherheit sollen Rheindämme, Vorland und insbesondere die Innenwuhre gemieden werden. Auf der Schweizer Seite des Rheins betraf die Sperrung den Abschnitt ab Rheinbrücke Wiesenrain bei Widnau bis St.Margrethen Bruggerhorn. Doch am Sonntag war klar: So schlimm wie angekündigt, waren die Niederschläge nicht. Deswegen konnte am Sonntag um 15 Uhr das Schweizer Rheinvorland wieder freigegeben werden.

Bei der Messstation in Bad Ragaz wurden zwischen Samstagmorgen und Sonntagmorgen 58 Liter Niederschlag pro Quadratmeter gemessen, im Thurgau fielen laut Meteo News 42 Liter pro Quadratmeter. Trotz der Niederschläge kam es laut den Kantonspolizeien Thurgau, St.Gallen und Appenzell Ausserrhoden über das Wochenende nur vereinzelt zu Einsätzen und Schadensmeldungen. In Heiden mussten beispielsweise am Sonntagvormittag zwei Keller ausgepumpt werden.

Haus fängt nach Blitzeinschlag Feuer

Zu einem grösseren Vorfall kam es bereits am Freitag im Toggenburg. Um 20 Uhr brannte im Lankholz bei Krummenau ein Haus. Ein Anwohner stellte Rauch im Bereich des Daches fest und verständigte den Notruf. Die Feuerwehr begann sofort mit den Löscharbeiten und brachte den Brand unter Kontrolle. Ein zuvor im Haus eingeschlagener Blitz dürfte für den Brand verantwortlich sein. Zum Zeitpunkt des Brandes war das Haus, welches direkt neben der Sesselbahn zur Wolzenalp liegt, nicht bewohnt. Die Höhe des Sachschadens wird auf mehrere zehntausend Franken geschätzt.

Nun sollen sich die Regenfälle diese Woche aber vorläufig beruhigen: Für Montag ist in St.Gallen laut Meteo News gerade mal noch ein bis zwei Liter Niederschlag pro Quadratmeter prognostiziert, für Frauenfeld null bis ein Liter und für Appenzell zwei bis drei Liter pro Quadratmeter.

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