Interview
«Ich habe Guy Parmelin nach seiner Idee gefragt» : St.Galler Schülerin spricht mit dem Bundesrat über Schule und Politik

Aufgrund des Coronavirus wurde das Gespräch mit dem Bundesrat und zehn Jugendlichen virtuell abgehalten. Die St.Galler Schülerin Chiara Züger hat am Zoom-Meeting teilgenommen und zieht eine positive Bilanz.

Siri Würzer
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Die Schülerinnen und Schüler konnten im Zoom-Meeting ihre Fragen direkt an Guy Parmelin stellen.

Die Schülerinnen und Schüler konnten im Zoom-Meeting ihre Fragen direkt an Guy Parmelin stellen.

Bild: PD

Bundesrat Guy Parmelin, Vorsteher des Departments für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) hat in der vergangenen Woche zehn Schülerinnen und Schüler von Gymnasien und Fachmittelschulen aus der ganzen Schweiz zu einem einstündigen virtuellen Gespräch ins Bundeshaus eingeladen. Dort besprachen sie Themen, die für die Jugendlichen zum Schulalltag gehören. Aus dem Kanton St.Gallen war die Fachmittelschülerin Chiara Züger (17) von der Kantonschule Wattwil am Gespräch dabei.

Chiara Züger (17), Fachmittelschülerin

Chiara Züger (17), Fachmittelschülerin

Wie hat das Meeting über Zoom funktioniert?

Es hat sehr gut funktioniert: Alle hatten die Kamera eingeschaltet, und es sind alle zu Wort gekommen. Wir haben viel in kleineren Gruppen gearbeitet, wobei wir uns unter anderem mit der Graubündner Nationalrätin Sandra Locher austauschen konnten. Nach der Mittagspause schaltete sich dann Guy Parmelin in das Zoom-Meeting ein.

Über welche Themen habt ihr in der Gruppe gesprochen?

Wir hatten mehrere Fragestellungen. Eine Frage war: Wie wird politische Bildung an den Schulen vermittelt? Uns ist aufgefallen, dass das in den Kantonen sehr verschieden gehandhabt wird und es völlig abhängig von der Lehrperson ist, wie stark man das Thema vertieft. Bei uns in Wattwil wird es nur im Fach Geschichte behandelt. In Zürich gibt es beispielsweise mehr Freifächer zum Thema Politik.

Habt ihr in eurer Gruppe neue Einsichten gewonnen?

Ja. Wir kamen zu dem Schluss, dass es wichtig ist, dass die Schulen uns Schülerinnen und Schüler dabei unterstützen, uns im politischen Diskurs zurechtzufinden und eine eigene Meinung zu bilden. Wir sollten lernen, die vertretene Meinung dann auch zu artikulieren. In diesem Sinne sollte ein stärkerer Fokus auf die praktische politische Bildung gelegt werden. Das heisst, mehr Auseinandersetzung mit politischen Fragen und weniger Theorie. Es ist wichtig, dass auch wir Jungen an Abstimmungen teilnehmen, deshalb sollte es uns auch in der Schule vermittelt werden.

Konntest du denn auch mit Guy Parmelin ins Gespräch kommen?

Ja, das konnte ich. Eine weiteres Thema war die Frage, wie man mehr männliche Schüler an die Gymnasien und Fachmittelschulen bringt. Ich habe ihn persönlich nach einer Idee gefragt. Er ist auf meine Frage eingegangen, konnte aber keine abschliessende Antwort geben. Es schien mir, als wäre er auch gegen die geschlechtliche Schubladisierung der Berufe, die man nach der FMS erlernen kann.

Was ist dein Fazit nach diesem virtuellen Tag im Bundeshaus?

Ich bin interessiert an der Politik und finde es deshalb sehr schön, dass wir in solche Diskussionen involviert werden. Wir sind in diesem Thema ja auch die Direktbetroffenen. Uns wurde oft das Wort gegeben. Am Ende des Tages gab es rundum gutes Feedback.

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