Mutmassliches Tötungsdelikt
«Wollen genau wissen, was passierte»: 37-Jähriger soll vor Altenrhein Vater ermordet haben und auf Autobahn gesprungen sein – so äussert sich die Polizei

Am Mittwoch kam eine Person auf einem Privatschiff vor Altenrhein ums Leben. Die Kantonspolizei St.Gallen geht von einem Tötungsdelikt aus. Der mutmassliche Täter begann im Anschluss an die Tat Suizid. Gemäss bisherigen Erkenntnissen handelt es sich bei den Beteiligten um Vater und Sohn.

Drucken
Die Kantonspolizei St.Gallen geht beim Vorfall in Altenrhein von einem Tötungsdelikt aus.

Die Kantonspolizei St.Gallen geht beim Vorfall in Altenrhein von einem Tötungsdelikt aus.

Symbolbild: Raphael Rohner

Am Mittwochnachmittag hat sich auf einem privaten Schiff, das den Hafen Rheinhof in Altenrhein anlief, ein mutmassliches Tötungsdelikt ereignet. Dabei kam eine Person ums Leben, wie die Kantonspolizei St.Gallen vermeldet. Der mutmassliche Täter dürfte sich im Anschluss an die Tat mit einem Sprung auf die Autobahn A1 bei Staad das Leben genommen haben.

Zwei Meldungen innert kurzer Zeit

Gemäss Polizeimeldung hat die Kantonale Notrufzentrale St.Gallen kurz vor 15.20 Uhr die Meldung erhalten, dass im Hafen Rheinhof in Altenrhein ein Schiff gegen eine Wand gefahren sei. Auf dem Schiff befinde sich eine schwer verletzte Person.

Marina Rheinhof in Altenrhein: Hier wurde das mutmassliche Tötungsdelikt bemerkt, als das Privatschiff gemäss Angaben der Polizei gegen eine Wand prallte.

Marina Rheinhof in Altenrhein: Hier wurde das mutmassliche Tötungsdelikt bemerkt, als das Privatschiff gemäss Angaben der Polizei gegen eine Wand prallte.

Bild: Arthur Gamsa

Wie die Polizei schreibt, konnte das ausgerückte medizinische Fachpersonal nur noch den Tod des vorerst unbekannten Mannes feststellen. Auf Anfrage bestätigt Polizeisprecher Pascal Häderli, dass das Schiff auf den 77-Jährigen gemeldet war. Die angetroffene Situation deutete darauf hin, dass der Mann gewaltsam zu Tode gekommen war. Ebenfalls wurde eine flüchtende Person gemeldet.

Hafeneinfahrt Altenrhein: Das Schiff, das hier gegen eine Wand prallte, war auf den 77-jährigen Verstorbenen gemeldet.

Hafeneinfahrt Altenrhein: Das Schiff, das hier gegen eine Wand prallte, war auf den 77-jährigen Verstorbenen gemeldet.

Bild: Arthur Gamsa
Pascal Häderli, Mediensprecher der St.Galler Kantonspolizei.

Pascal Häderli, Mediensprecher der St.Galler Kantonspolizei.

Bild: PD

Kurz vor 15.35 Uhr erreichte eine zweite Meldung die Kantonale Notrufzentrale St.Gallen: Eine Person sei von einer Brücke auf die Autobahn A1 bei Staad, zwischen Rheineck und Meggenhus, gesprungen. Dabei kam es zu einer Kollision mit einem Auto, so Polizeisprecher Pascal Häderli, wobei die Person im Fahrzeug unverletzt blieb. Hingegen konnten die ausgerückten Rettungskräfte nur noch den Tod des vorerst ebenfalls unbekannten Mannes feststellen. In der Folge wurde die Autobahn zwischen Rheineck und Meggenhus gesperrt. Die Bergungsarbeiten hätten dies notwendig gemacht, so Pascal Häderli.

Jetziger Ermittlungsstand: 37-jähriger Sohn bringt seinen 77-jährigen Vater um

Die Polizei geht von einem Zusammenhang zwischen den beiden Fällen aus:

«Bisherige Ermittlungen deuten darauf hin, dass der tote Mann auf der Autobahn zuvor vom Schiff in Altenrhein geflüchtet sein dürfte und sich mit dem Sprung auf die Autobahn das Leben nahm.»

Bei den beiden verstorbenen Personen handelt es sich um zwei österreichische Staatsangehörige mit Wohnsitz im Vorarlberg. Der Verstorbene auf dem Schiff war 77 Jahre alt. Der Verstorbene auf der Autobahn, der mutmassliche Täter des Tötungsdelikts, war 37 Jahre alt. Gemäss bisherigen Erkenntnissen handelt es sich um Vater und Sohn.

Die Ermittlungen zur Todesursache und zu den Verletzungen der beiden Männer dauern noch an und werden durch das Institut für Rechtsmedizin am Kantonsspital St.Gallen durchgeführt.

Die Kantonspolizei St.Gallen tätigt unter grossem Personaleinsatz und unter der Leitung der Staatsanwaltschaft des Kantons St.Gallen weitere Ermittlungen zu der vorliegenden Gewalttat. Im Vordergrund würden dabei der genaue Tathergang und die Tatwaffe stehen, sagt Kapo-Sprecher Pascal Häderli:

«Wir wollen genau wissen, was passierte.»

Neben der Polizei standen mehrere örtliche Feuerwehren sowie medizinisches Fachpersonal des Rettungsdienstes sowie der Luftrettung im Einsatz. (pd/ok)