Medienkonferenz
«Unser Gesundheitssystem steht kurz vor dem Anschlag»: Ostschweizer Kantonsregierungen verschärfen Maskenpflicht und raten zu Homeoffice

Die Regierungen der Kantone St.Gallen, Thurgau, Appenzell Inner- und Ausserrhoden reagieren auf die drohende Überlastung der Spitalkapazitäten wegen Corona. Bald gilt an Veranstaltungen, Märkten, am Bahnhof oder in Spitälern: Maske auf!

David Grob
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Die Ostschweizer Kantone verschärfen gemeinsam die Corona-Massnahmen. Ab Donnerstag (im Kanton St.Gallen) und ab Freitag in den Kantonen Thurgau und Appenzell Innerrhoden gilt eine erweiterte Maskenpflicht an belebten Orten, wie die vier Kantone am Mittwochmorgen an einer gemeinsamen Medienkonferenz mitteilten. Betroffen sind Veranstaltungen (Konzerte, Partys, Kinos, Theater), Messen und Märkte (wie etwa Weihnachtsmärkte), Bahnhöfe und Haltestellen oder Gesundheitsinstitutionen. Ebenso raten die Ostschweizer Regierungen zu Homeoffice, rufen zum Impfen auf und erinnern an die Hygieneregeln.

Der Kanton St.Gallen hat bereits in der vergangenen Woche die Maskenpflicht für Schulkinder und Lehrpersonen an den Volksschulen eingeführt, die Kantone Thurgau und beide Appenzell ziehen nun nach. Ab Freitag gilt eine Maskenpflicht ab der Sekundarschule. In Bezug auf die Maskenpflicht geht der Kanton St.Gallen noch etwas weiter als die drei anderen Kantone. Hier gilt die Maskenpflicht in sämtlichen öffentlich zugänglichen Innenräumen: Bibliotheken, Museen, Fitnesszentren, Badeanstalten, Bars und Clubs.

Eine Überlastung des Gesundheitssystems soll vermieden werden

«Unser Gesundheitssystem steht kurz vor dem Anschlag», begründete der Ausserrhoder Landammann Dölf Biasotto die Verschärfung an der Medienkonferenz. Ohne Gegenmassnahmen drohe eine Überlastung, heisst es in den Medienmitteilungen der Kantone. Der St.Galler Gesundheitsdirektor Bruno Damann verwies ausserdem auf die Situation in den Intensivstationen.

«Rund 80 Prozent aller Intensivpatienten sind ungeimpft – dies zeigt doch, dass die Impfung wirkt.»

Die Ostschweizer Kantone hätten sich für ein gemeinsames Vorgehen entschieden, sagt Bruno Damann. Man wolle einen «Corona-Tourismus» in benachbarte Kantone und einen «Flickenteppich der Massnahmen» verhindern.

Der Ticker zur Medienkonferenz zum Nachlesen:

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