Klima
Wird es jemals wieder eine «Seegfrörni» geben? Der Bodensee ist aussergewöhnlich warm – und das hat Folgen

Die «Seegfrörni» von 1962/63 jährt sich: Vor bald 60 Jahren wurde der Bodensee zum letzten Mal von einer Eisschicht überzogen. Nach dem Hitzesommer und einem warmen Herbst analysieren die Experten Heinz Ehmann und Piet Spaak die Wassertemperatur des Bodensees und deren Auswirkungen.

Malena Widmer Jetzt kommentieren
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Anstatt eisiger Stimmung und minus sieben Grad herrscht in diesem Jahr ungewöhnlich warmes Herbstwetter am Bodensee.

Anstatt eisiger Stimmung und minus sieben Grad herrscht in diesem Jahr ungewöhnlich warmes Herbstwetter am Bodensee.

Bild: Toni Sieber

Vor 60 Jahren haben sich Deutsche, Schweizer und Österreicher auf dem Bodensee getroffen – im Winter, zu Fuss, wohlgemerkt. Im Winter 1962/63 war das «Schwäbische Meer» nämlich zugefroren: Ein Jahrhundertereignis, das so bisher nicht mehr vorkam. Damals sanken die Temperaturen schon im November auf minus sieben Grad Celsius und es blieb mehrere Tage eisig kalt. Denn damit am Bodensee eine «Seegfrörni» auftreten kann, ist eine Kältesumme von 370 nötig. Das heisst, dass der Temperaturmittelwert zum Beispiel während dreier Monate weniger als minus vier Grad betragen muss.