Justiz
Es war Mord: Kantonsgericht bestätigt Freiheitsstrafe von 16 Jahren nach Tod von Kickboxer

Vor dem Kantonsgericht hat ein 38-Jähriger einen Freispruch vom Vorwurf des Mordes gefordert und sich als Opfer des organisierten Verbrechens dargestellt. Darauf geht die zweite Instanz nicht ein und bestätigt das Urteil des St.Galler Kreisgerichts: 16 Jahre Gefängnis und einen Landesverweis.

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Polizisten durchkämmen 2017 den Wald in der Nähe des Leichenfundorts.

Polizisten durchkämmen 2017 den Wald in der Nähe des Leichenfundorts.

Bild: PD

Weil er seinen Freund, einen in Serbien bekannten Kickboxer, getötet und seine Leiche im Wald verbrannt haben soll, sprach das Kreisgericht St.Gallen einen 38-jährigen Landsmann im November wegen Mordes schuldig. Dagegen hat er sich in zweiter Instanz gewehrt. Er sei kein Mörder, sondern ein Opfer des organisierten Verbrechens, beteuerte er vergangene Woche vor Kantonsgericht, wo er einen Freispruch erzielen wollte.

Ohne Erfolg. Die Richter des Kantonsgerichts weisen die Berufungsklage ab und bestätigen das erstinstanzliche Urteil, wie sie in einer Mitteilung vom Dienstag schreiben. Der Beschuldigte muss somit für 16 Jahre ins Gefängnis, anschliessend wird er für 15 Jahre des Landes verwiesen.

Wegen Spielschulden gemordet

Aus Sicht der Staatsanwaltschaft, die für eine Freiheitsstrafe von 18 Jahren plädiert hat, hatte sich in der Nacht auf den 7. Juli 2017 folgendes Szenario abgespielt: Das Opfer betrat die St.Galler Wohnung des Täters, wo es vom Beschuldigten mit mindestens zwei massiven Schlägen auf den Kopf niedergeschlagen wurde und dabei Schädelbrüche erlitt. Die Leiche soll er später in ein Waldstück bei Amriswil gebracht, mit Brandbeschleuniger übergossen und in Brand gesteckt haben. Diese Version der Tatnacht bekräftigen DNA- und Blutspuren, die am Tatort sichergestellt worden waren. Hintergrund der Tat sollen Spielschulden gewesen sein.

Der Beschuldigte und sein Verteidiger haben den Beschuldigten dagegen vor Kreis- und Kantonsgericht als Lockvogel dargestellt. So soll das organisierte Verbrechen die Naivität des 38-Jährigen ausgenutzt haben, um von der wahren Täterschaft abzulenken. Vor Gericht sagte der Angeklagte: «Ich habe Angst um meine Familie.»

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. (red)

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