HOFLADENWETTBEWERB
Der schönste Hofladen der Schweiz steht in Benken

Der Ludihof in Benken ist zum schönsten Hofladen der Schweiz gekürt worden. Der Hof ist schon lange in Familienbesitz, wird nun von der dritten Generation der Familie Schuler geführt – mit viel Tatendrang und Erfahrung.

Chiara Gerster
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Der Hofladen des Ludihofs in Benken ist der schönste der Schweiz.

Der Hofladen des Ludihofs in Benken ist der schönste der Schweiz.

Bild: PD

100 Hofläden aus der ganzen Schweiz haben sich dieses Jahr als «schönster Hofladen 2021» beworben. Gewonnen hat ein Laden aus dem Kanton St.Gallen: der Hofladen der Familie Schuler vom Ludihof in Benken.

Ein Grund für die erneute Lancierung des Wettbewerbs sei gemäss der Medienmitteilung des Schweizer Obstverbands die «starksteigende Anzahl an Bauernbetriebe, die Produkte direkt ab Hof verkaufen». Dieser Anstieg spiegelt sich auch in den Zahlen wieder: Die Teilnehmeranzahl hat sich seit dem ersten Hofladenwettbewerb 2019 von 46 auf 100 Teilnehmende mehr als verdoppelt.

Hofladen mit Erfahrung

Corinne und Franz Schuler aus Benken überzeugten die Jury mit einem «gutbedachtem Gesamtkonzept», heisst es auf der Website des Wettbewerbs. Auch hätten das Ambiente, die Qualität der Produkte, die persönliche und authentische Bedienung und nicht zuletzt die «grosse Portion Frauenpower» den Schulers zum Sieg verholfen.

Die junge Bäuerin und Mutter einer zehnmonatigen Tochter vermutet, dass ihnen auch die langjährige Hofladenerfahrung des Betriebs einen Vorsprung einbringen konnte:

«Wir sind zwar nicht die Grössten, aber weil der Laden schon seit 30 Jahren läuft, konnten wir ein gutes Niveau aufbauen.»

In ihrem 30 Quadratmeter grossen Laden verkaufen sie über 100 Artikel - davon zwei Drittel aus eigener Produktion. Von Gemüse und Obst über Teigwaren in allen möglichen Variationen bis hin zu Eingemachten ist im Ludihof alles zu finden.

Grossvaters Selbstpflückfeld

Der Grossvater von Franz hat den Ludihof 1957 übernommen. Gemäss der Website des Wettbewerbs «Schönster Hofladen 2021» versuchte er sich schon in der Direktvermarktung und funktionierte ein normales Buschbohnenfeld in ein Selbstpflückfeld um. Später ging der Hof weiter an seinen Sohn – der ebenfalls Franz Schuler heisst – und dessen Frau Monika Schuler. Der Hofladen wurde damals vor allem von Monika forciert. Sie verkaufte Eier, Teigwaren, Eingemachtes und Gemüse in einem Garagenlädeli und auf dem Markt und baute eine feste Kundschaft auf. Je mehr das Lädeli zum Laden wurde, desto enger wurde es auf dem Ludihof.

Da kamen Corinne und Franz richtig. Das junge Paar machte sich voller Tatendrang an die Planung von Kühl-, Gefrier-, Lager- und Arbeitsräumen für den Hofladen, und bevor sie Anfang 2020 den Hof übernahmen, bauten sie den Laden um. Das Selbstpflückfeld des Grossvaters haben die beiden bis heute erhalten – neuerdings können dort auch Erdbeeren gepflückt werden.

Bereits zwei Jahre nach der Übernahme haben die Schulers nun den Wettbewerb des schönsten Hofladens der Schweiz gewonnen. Zum Sieg sagte Corinne Schuler:

«Wir hoffen, dass der Wettbewerbserfolg noch mehr Leute auf den Hof zieht, um regional einzukaufen.»

Als erstes freuen sich die drei Generationen Schuler aber auf ihren Wettbewerbspreis – die Ludihofer Apfelringe und Buschbohnen werden zukünftig in einem neuen Trockenschrank getrocknet.

Niedrige Ansteckungsgefahr

Wie viele Hoflädeli konnte auch der Laden der Schulers während der Pandemie mehr Kundschaft gewinnen. Statt im Grossverteiler kaufen die Leute vermehrt im kleinen Hofladen ein und regionale Produkte haben in letzter Zeit allgemein Auftrieb erhalten, vermutet Schuler.

«Die Leute merken, dass es auch auf ihrem regionalen Hof alles gibt, was sie brauchen.»

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