Halbstundentakt
St.Gallen setzt sich durch: SBB blasen ihre Sparpläne auf der Rheintallinie ab

Der Kanton St.Gallen hat sein Ziel erreicht: Die SBB streichen ihre Sparpläne auf der Rheintallinie und führen ab 2024 den durchgehenden Halbstundentakt ein. Dies teilt das Bahnunternehmen nach einem Gipfeltreffen mit St.Galler Politikern mit.

Adrian Vögele
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Happy End für die Bahnlinie St.Gallen-Sargans: Der durchgehende Halbstundentakt kommt ab 2024.

Happy End für die Bahnlinie St.Gallen-Sargans: Der durchgehende Halbstundentakt kommt ab 2024.

Bild: Belinda Schmid

Obwohl die Bahnlinie im Rheintal für über 200 Millionen Franken ausgebaut wird, wollten die SBB das geplante Angebot auf der Strecke ausdünnen und zunächst keinen durchgehenden Halbstundentakt einführen. Der Kanton St.Gallen wehrte sich auf allen Ebenen gegen diese Sparpläne – und bekam gar Unterstützung von Verkehrsministerin Simonetta Sommaruga. Diese Woche hat nun ein Gipfeltreffen mit Vertretern des Kantons und der SBB stattgefunden. Anwesend waren SBB-CEO Vincent Ducrot und weitere Mitarbeitende des Bahnunternehmens, auf der St.Galler Seite der Verkehrsdirektor Beat Tinner (FDP) sowie die beiden Ständeräte Paul Rechsteiner (SP) und Benedikt Würth (Die Mitte).

Vincent Ducrot, SBB-CEO.

Vincent Ducrot, SBB-CEO.

Bild: Keystone

Das Ergebnis teilen die SBB jetzt in aller Klarheit mit: Man habe sich «mit dem Kanton St.Gallen darauf geeinigt, den Halbstundentakt nach Abschluss der Bauarbeiten ab Dezember 2024 wie ursprünglich geplant einzuführen».

«Der Spardruck bleibt sehr hoch»

Rechsteiner und Würth hatten bereits vergangene Woche betont, das Vorgehen der SBB auf der Rheintallinie habe Signalwirkung für das ganze Land. Denn beim Sparauftrag für die SBB sei nie die Rede davon gewesen, dass geplante Angebote abgebaut würden. Dies bestätigte dann auch Verkehrsministerin Sommaruga auf eine Frage Rechsteiners im Parlament – und versicherte, sie werde sich persönlich dafür einsetzen, dass das geplante Angebot auf der Rheintallinie auch eingeführt werde. Rechsteiner sagte, das Sparargument sei ohnehin nicht mehr stichhaltig, da das Parlament inzwischen weitere Entscheide zum finanziellen Ausgleich der Corona-Ausfälle bei den SBB gefällt habe.

Die SBB schreiben dazu: «Nach den Parlamentsentscheiden von letzter Woche für eine zusätzliche finanzielle Unterstützung der SBB und der klaren Haltung des Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation für ein attraktives Angebot im Fernverkehr im Rheintal wird der Bund zusammen mit der SBB die noch offenen Punkte zur Erreichung der nachhaltigen Finanzierung der SBB klären.» Denn der Spardruck bleibe sehr hoch: «Die Nachfrage ist noch nicht auf dem Niveau von 2019, und die wirtschaftliche Entwicklung verschärft die Lage zusätzlich.»

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