Grossveranstaltung
Keine Maske, kein Abstand, kein Covid-Zertifikat: Olma-Direktorin wünscht sich eine Olma wie eh und je

Die Zeit drängt: Noch in diesem Monat soll der Entscheid fallen, ob die Olma Messen an der Durchführung der diesjährigen Grossveranstaltung festhalten. Das Lockerungstempo stimmt die Veranstalter zuversichtlich.

Noemi Heule
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Die Olma 2019, als die Welt noch kein Corona kannte. Sind solche Bilder bereits im Herbst wieder möglich?

Die Olma 2019, als die Welt noch kein Corona kannte. Sind solche Bilder bereits im Herbst wieder möglich?

Bild: Hanspeter Schiess

Maskenpflicht, Covid-Zertifikat und vier Quadratmeter Fläche pro Person:: Fände die Olma im Juli statt, wäre keine Volksfeststimmung in den Messehallen möglich. Christine Bolt teilt dennoch die Zuversicht der Landesregierung, die vom Licht am Ende des Tunnels sprach. Die Olma-Direktorin freut sich allerdings nicht über die konkreten Lockerungsmassnahmen, die der Bundesrat am Freitag in die Vernehmlassung schickte, sondern über den Öffnungsfahrplan.

Olma-Direktorin Christine Bolt.

Olma-Direktorin Christine Bolt.

Bild: Urs Bucher

Es stimme sie zuversichtlich, dass der Bundesrat konsequent an der Umsetzung des Dreiphasenmodells festhält, sagt sie auf Anfrage. «Wir sehen es sehr positiv, dass die Fallzahlen so sehr sinken, dass der Bundesrat weitere Schutzmassnahmen aufheben möchte.»

Vor einem Jahr im Juni bereits abgesagt

Einen definitiven Beschluss, ob die Olma dieses Jahr stattfinden soll, stellt Bolt auf Ende Monat in Aussicht, nachdem der Bundesrat an seiner Sitzung vom 23. Juni über die jetzt angekündigten Massnahmen entschieden hat.

Die Zeit drängt, vor einem Jahr war die Olma zu diesem Zeitpunkt bereits abgesagt. Eine Messe in dieser Grössenordnung brauche einen organisatorischen und planerischen Vorlauf von mehreren Monaten, hiess es damals. Auch seien die Abstandsregeln an der Messe nicht durchsetzbar, lebe sie doch vom Volksfest-Charakter, der Geselligkeit und Gemütlichkeit und damit schlicht von der Menge an Besuchern. Und: «Nähe und Austausch zwischen den Menschen gehören untrennbar zur Olma.»

Kühne Wünsche an Politiker und Kanton

Diese Geselligkeit soll offenbar zwei Jahre nach der letzten Olma, die 363'000 Besucher anlockte, wieder uneingeschränkt möglich sein. Dies ist einer Wunschliste zu entnehmen, welche die Genossenschaft Olma Messen am Dienstag an Kanton und Stadt St.Gallen sowie an die National- und Ständeräte der Olma-Kantone verschickte. Die Idealvorstellung lautet:

  • Keine Beschränkung der maximalen Besucherzahl
  • Keine Maskenpflicht und Abstandsvorschriften
  • Keine Sitzpflicht und Beschränkung der Gruppengrösse in der Gastronomie
  • Kein Nachweis eines Covid-Zertifikats

Kurzum: Eine Olma wie eh und je. Im Gegenzug stellt die Messe Hygienemassnahmen und eine optimierte Belüftung in Aussicht. Die Herbstmesse finde zu einem Zeitpunkt statt, an dem alle impfwilligen Erwachsenen vor einer Ansteckung geschützt seien, heisst es im Schreiben. «Idealerweise sind deshalb keine besonderen Massnahmen mehr nötig.» Sollte ein Covid-Zertifikat dennoch gefordert sein, würden strenge Eingangskontrollen durchgeführt, «auch wenn dies mit grossem Aufwand verbunden ist».

«Unnötige und wirkungslose» Massnahmen

Weil bis im Oktober eine hohe Durchimpfungsrate erreicht sei, sei die Infektionsgefahr verschwindend klein. Massnahmen, die der Bund den Grossveranstaltern nun auferlege, seien deshalb unnötig und wirkungslos, heisst es. Dies gelte insbesondere für Abstandsregeln, Zugangsbeschränkungen und die Maskenpflicht. Letztere sei ein «Hindernis für die Kommunikation von Mensch zu Mensch», welche für die Durchführung einer Messe zentral sei.

Die Zeit drängt, das wird auch im Schreiben betont. «Wir müssen unseren Ausstellern noch diesen Monat mehr Klarheit geben und selber ein Gesuch um Durchführung beim Kanton einreichen.» Während die Messe unter dem finanziellen Schutzschirm des Kantons stehe, seien die Aussteller einem hohen Risiko ausgesetzt.