GLOSSE
Glühwein saisonal und ohne Baubewilligung

ResTZucker: Der liberale Frauenfelder Stadtpräsident setzt sich für den bewilligungsfreien Glühweinkonsum ein und stösst beim Kanton auf offene Ohren. Sein Kollege in Arbon löst seine Probleme auf andere Weise.

David Angst
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Der Glühweinstand am Schlossberg in Frauenfeld .

Der Glühweinstand am Schlossberg in Frauenfeld .

Bild: Donato Caspari

Frauenfeld hat einen liberalen Stadtpräsidenten, der das Gesetz pragmatisch und wirtschaftsfreundlich auslegt. So erlaubt er einem neuen Lebensmittelladen kurzerhand, ein privates Parkverbotsschild auf öffentlichem Grund aufzustellen, damit die Betreiberinnen den Food nicht durch die halbe Altstadt tragen müssen. Schliesslich heisst der Laden ja auch Regionah.

Es überrascht deshalb nicht, dass Anders Stokholm sich als Kantonsrat dafür einsetzt, dass man für einen temporären Glühweinstand keine Baubewilligung mehr braucht. Das leuchtet jedem vernünftigen Menschen ein. Das Problem an der Baubewilligung ist nämlich nicht die Verwaltung, sondern es sind die Einsprachen, die eine Bewilligung so lange verzögern können, bis die Saison vorbei ist. Und Glühwein im Hochsommer, der schmeckt nun wirklich keinem.

Eher überraschend ist dennoch, dass der Regierungsrat das auch so sieht. Sonst ist der Kanton ja nicht gerade lustfreundlich eingestellt. Wenn es um Motocross-Rennen, Groppen-Umzüge oder Zelte für Freiland-Säuli geht, steht er lieber auf die Bremse.

Glückliches Arbon, du kennst solche Probleme nicht. Dominik Diezi, von Beruf Sibesiech, hat wieder mal eines gelöst, an dem alle anderen gescheitert wären. Er hat den Chef der HRS und die Riva-Gegner an einen Tisch gesetzt, und aus den Riva-Gegnern wurden plötzlich Riva-Freunde, obwohl am Projekt kein Jota geändert worden ist.

Ob dabei Lösegeld geflossen ist, werden wir wohl nie erfahren. Wir haben ja im Thurgau keinen irrlichternden Altbundesrat, der alte Räubergeschichten verbreitet.

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