Fussball-Krawalle
«Aktuell die beste Lösung»: Deshalb transportieren die Luzerner Verkehrsbetriebe auch nach den Gewaltakten von FCSG-Vandalen Gästefans

Vier von sechs Bussen sind beschädigt, der Sachschaden beträgt mehrere tausend Franken. Das ist die Bilanz aus Sicht der Verkehrsbetriebe Luzern nach dem letzten Spiel des FC Luzern. Wie lange nehmen sie die Schäden noch hin?

Christian Glaus
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Die demolierte Tür eines VBL-Busses.

Die demolierte Tür eines VBL-Busses.

Bild: PD

Blinde Zerstörungswut trieb die Anhänger des FC St.Gallen nach dem letzten Meisterschaftsspiel gegen den FC Luzern an. Wohl frustriert wegen der 0:2-Niederlage demolierten sie vier von sechs Bussen der Verkehrsbetriebe Luzern (VBL). Demolierte Türen, zerstörte Fenster, herausgerissene Sitze. Die Schadenssumme beträgt mehrere tausend Franken. Es ist nicht das erste Mal, dass Chaoten nach einem Fussballspiel Busse demolieren. VBL-Sprecher Sämi Deubelbeiss erklärt im Interview, weshalb das Unternehmen trotzdem weiterhin Fantransporte durchführt.

Wie lange nehmen die VBL noch in Kauf, dass Busse von Fussball-Chaoten demoliert werden?

Sämi Deubelbeiss: Sachbeschädigungen wie am vergangenen Sonntag sind total unnötig und sehr ärgerlich. Man muss aber fairerweise auch sagen, dass ein solch massiver Vandalismus in VBL-Bussen bei den Transporten der Gästefans eher selten vorkommt. Wir dürfen nicht alle Gästefans wegen einzelner Vorfälle verurteilen. Darum gibt es bei den VBL aktuell keine Überlegungen, den Transport der Gästefans künftig nicht mehr durchzuführen.

Gibt es eine Pflicht oder Vereinbarung, die Fans zu transportieren?

Es ist so, dass der Transport der Gästefans in unseren Bussen ein Teil der Bewilligung für die Fussball-Heimspiele des FC Luzern ist. Es wurde in der Vergangenheit auch die Variante eines Fanmarschs der Gästefans durch die Stadt auf die Allmend geprüft. Die Verantwortlichen aller involvierten Parteien kamen jedoch zum Schluss, dass ein organisierter, koordinierter und von der Polizei begleiteter Transport der Gästefans in VBL-Bussen aktuell die beste Lösung ist. Wir betrachten diesen Auftrag auch als Beitrag für die Allgemeinheit, damit Fussballspiele weiterhin stattfinden können und Nicht-Fussballfans möglichst wenige Einschränkungen haben an einem Matchtag in Luzern.

Weshalb lassen die VBL Personen mit erhöhtem Gewaltpotenzial überhaupt einsteigen? Damit riskieren Sie doch, dass es zu Sachbeschädigungen oder Gewalt gegen Mitarbeitende kommt.

Wie bereits erwähnt, ist der Transport der Gästefans in VBL-Bussen aus Sicht aller involvierten Parteien aktuell die beste Lösung. Unsere Mitarbeitenden sind bei diesen Fahrten von den Gästefans mit einer Sicherheitsvorkehrung getrennt und somit gut geschützt. Bei jeder Fahrt wird unser Chauffeur von einem weiteren VBL-Mitarbeitenden begleitet, damit nie jemand alleine im Fahrerbereich ist. Angriffe auf VBL-Mitarbeitende gab es seit Jahren nicht mehr, auch am Sonntag gegen St.Gallen war dies nicht der Fall. Unsere Mitarbeitenden können sich auch stets freiwillig für den Gästetransport an FCL-Spielen melden.

Derzeit werden mit dem Bahnersatz der Zentralbahn mehr Busse benötigt. Gibt es nun einen Bus-Engpass?

Zwei Busse sind massiv beschädigt worden und sind nicht fahrbar, das ist korrekt. Trotzdem haben wir für den normalen Fahrplan sowie den ZB-Bahnersatz gerade noch ausreichend Busse zur Verfügung. Unbeschränkt Fahrzeuge haben die VBL aber nicht, beim ZB-Bahnersatz sind zudem auch Busse von anderen ÖV-Unternehmen im Einsatz.

Ein herausgerissener Sitz.

Ein herausgerissener Sitz.

Bild: PD
Chaoten aus dem Umfeld des FCSG haben bei diesem VBL-Bus die Tür eingeschlagen.

Chaoten aus dem Umfeld des FCSG haben bei diesem VBL-Bus die Tür eingeschlagen.

Bild: PD
Ein Bus mit demoliertem Fenster und einem Anti-Luzern-Slogan.

Ein Bus mit demoliertem Fenster und einem Anti-Luzern-Slogan.

Bild: PD

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