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Fondue einmal anders zubereiten: Tomatenfondue und weitere Rezepte für den beliebten Schweizer Klassiker

Für viele ist es das Schweizer Essen schlechthin: Käsefondue. Perfekt für ein gemütliches Zusammensein an kalten Tagen. Hier bekommen Sie neben Rezepten Tipps für eine bessere Bekömmlichkeit, den Abwasch und wir sagen Ihnen, was gegen Käsegeruch hilft.

Text: Jolanda Riedener, Bilder: Michel Canonica 2 Kommentare
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23,2 Kilogramm Käse hat jede Schweizerin und jeder Schweizer im Jahr 2021 durchschnittlich verdrückt. Bei mir war es wohl mehr. Schuld daran ist eines meiner Lieblingsessen: Käsefondue.

Über die Entstehung des Gerichts gibt es viele Legenden. 1699 soll das Rezept erstmals niedergeschrieben worden sein. In den 1950er-Jahren wurde von der damaligen Schweizerischen Käseunion eine Werbekampagne zur Steigerung des Käsekonsums lanciert. Die Werbeagentur Gisler und Gisler entwickelte den Slogan «FIGUGEGL – Fondue isch guet und git e gueti Luune». Einen Beitrag an die schweizweite Bekanntheit des Gerichts leistete aber auch die Aufnahme in die Armeekochbücher.

Ob aus Appenzeller Käse oder Moitié-Moitié: Auch schlichte Fonduevarianten mit Brot als Beilage haben ihren Reiz. Wer aber etwas Neues ausprobieren will, versucht es zum Beispiel mit dem Walliser Tomatenfondue. Es wird mit Kartoffeln, statt mit Brot gegessen. Die klassische Fonduegabel kann man weglassen.

Walliser Tomatenfondue: Zutaten

  • 500 g Raclettekäse, gerieben
  • 300 g Gruyère, gerieben
  • 400 g Tomaten aus der Dose, Passata oder frische Tomaten in Würfeln
  • 2,5 dl Weisswein
  • 30 g Butter
  • 1–2 Knoblauchzehen, geschält und halbiert
  • 1–2 Zwiebeln, fein gehackt
  • 4 gestrichene Teelöffel Maisstärke in einem kleinen Glas Kirsch auflösen
  • 600 bis 800 g geschwellte Kartoffeln

Walliser Tomatenfondue: Zubereitung

Den Knoblauch und die Zwiebeln im Caquelon dünsten. Nachdem die Zwiebeln angeschwitzt sind, die Tomaten dazugeben.

Mit dem Weisswein ablöschen.

Den geriebenen Käse hinzugeben und bei schwacher bis mittlerer Hitze unter ständigem Rühren zum Kochen bringen. Dazu kann man statt einer Holzkelle auch einen Schwingbesen benutzen.

Die Maisstärke mit dem Kirsch mischen und beides beigeben.

Die Masse erneut aufkochen und je nach Geschmack mit Oregano, Pfeffer oder Thymian würzen.

Mein Tipp: Eine Prise Natron macht jedes Fondue leichter und bekömmlicher. Am Schluss beigeben und alles nochmals gut mischen. Das Caquelon aufs Rechaud stellen und das Tomatenfondue mit einer Kelle auf die im Teller zerteilten Kartoffeln geben. Alternativ kann man die Kartoffeln (oder Brotstücke) auch mit der Fonduegabel aufstechen und im Caquelon tunken.

Alkoholfreie Variante: Beim Fondue kann man Kirsch und Weisswein gut durch Wasser ersetzen. Idealerweise etwas Zitronensaft dazugeben. Oder man verwendet Süssmost.

Für den unwahrscheinlichen Fall, dass nicht das ganze Fondue aufgegessen wird: Ich streiche die etwas abgekühlte Käsemasse jeweils auf Brotscheiben und schiebe sie am nächsten Tag in den Ofen. Fertig sind feine Käseschnitten.

Diese eingelegten Köstlichkeiten passen auch zum Fondue:

Zwei weitere Varianten, die für Abwechslung im Caquelon sorgen:

Zutaten Rotweinfondue

  • 2–3 Knoblauchzehen
  • 800 g Fonduekäse, z.B. Käsemischung Moitié-Moitié
  • 2 Sternanise
  • 2 Msp. Nelkenpulver
  • 2 EL Maisstärke
  • 4 dl Rotwein
  • Brot in Würfeln

Fondue geht auch mit Rotwein! Sternanis und Nelken verleihen diesem Rezept Würze. Erst das Caquelon mit Knoblauch einreiben, danach die Gewürze und den Käse beigeben. Wein ins Caquelon geben, alles aufkochen. Anschliessend Maizena in Kirsch auflösen und dazugeben.

Mit Speck und Birnen kann man das Fondue verfeinern. Speckwürfeli anbraten, zwei Birnen in Würfel schneiden und beigeben. Am Schluss, wenn das Fondue fertig ist, daruntermischen.

Zutaten Gorgonzola-Fondue

  • 1 Knoblauchzehe, halbiert
  • 500 g Asiago oder einen anderen Käse nach Wahl (Gruyère, Emmentaler, Appenzeller, ...), gerieben
  • 2 EL Maisstärke
  • 3 dl Weisswein
  • 300 g Blauschimmelkäse (z.B. Gorgonzola), mit der Gabel zerdrückt
  • 2 EL Grappa oder Kirsch

Fürs Gorgonzola-Fondue geht man wie beim Rezept zum Rotweinfondue vor. Den Blauschimmelkäse mit dem Grappa oder Kirsch jedoch erst am Schluss beigeben und so lange weiterrühren, bis das Fondue cremig ist.

Ist das Fondue zu dick oder zu dünn?

Fondue trennt sich: Etwas Maisstärke in Wasser oder Weisswein anrühren, beigeben und aufkochen. Etwas Zitronensaft dazugeben. Gut rühren, allenfalls mit dem Schwingbesen.

Fondue ist zu flüssig: Maisstärke in Wasser oder Weisswein anrühren und beigeben.

Fondue ist zu dick: Etwas Weisswein oder Wasser beigeben und gut rühren.

Weitere Tipps und Tricks zum Fondueplausch

Nicht hilfreich, wenn das Fondue schwer auf dem Magen liegt, ist Alkohol. Machen Sie besser einen Verdauungsspaziergang an der frischen Luft!

Abwaschen sollte man die Käsereste an Gabel und Caquelon besser mit kaltem Wasser. Bei Bedarf etwas einweichen lassen. Aber auch hier: Kaltes Wasser verwenden.

Es gibt einfache Hausmittel, die den Käsegeruch nach dem Fondue auflösen oder überdecken. Der beste Trick für Kleidung, die nach Käse riecht, ist, sie auf den Heizkörper zu legen.

Ein Tipp, damit der Käsegeruch weggeht: Den Pulli über die Heizung hängen.

Ein Tipp, damit der Käsegeruch weggeht: Den Pulli über die Heizung hängen.

Bild: Michel Canonica

Vorbeugend sollte man die Türen zu anderen Räumen schliessen. Nach dem Plausch einmal gut zu lüften versteht sich von selbst.

Weitere Tipps zum Nachlesen:

Ostbröckli-Autorin Jolanda Riedener geniesst ein Walliser Tomatenfondue.

Ostbröckli-Autorin Jolanda Riedener geniesst ein Walliser Tomatenfondue.

Bild: Michel Canonica

Welche Fonduevariante mögen Sie am liebsten? Ich freue mich über einen Kommentar!

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