Flugzeugabsturz
Von der Absturzstelle via Depotsack in den Lastwagen: Wie die Schweizer Armee ein Flugzeugwrack am Säntis birgt

Über einen Monat ist es her, seit ein Kleinflugzeug im Alpstein abgestürzt ist. Am Montag begannen die Bergungsarbeiten. Jedoch mit 2,5 Stunden Verspätung. Grund sei das schlechte Wetter.

Luca Hochreutener
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Mit einem Superpuma von der Schweizer Armee wird Mensch und Material zur Absturzstelle geflogen.

Mit einem Superpuma von der Schweizer Armee wird Mensch und Material zur Absturzstelle geflogen.

Bild: PD

Wenn ein Kleinflugzeug im Alpstein am Felsen zerschellt, können die Wrackteile nur mit viel Aufwand geborgen werden. Genau vor dieser Aufgabe steht die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (SUST), die Schweizer Armee und die St.Galler Kantonspolizei.

«Ich überlasse es dem Piloten, ob er fliegen will», sagte Hanspeter Krüsi, Medienverantwortlicher der Kantonspolizei, am Montagmorgen. Das Wetter war nicht ganz perfekt. Dichter Nebel hätte die ganze Aktion verunmöglicht. «Wir sind auf günstige Witterung angewiesen», sagt Krüsi. «Das heisst: Klare Sicht und Trockenheit.»

«Es gab hier schon einmal einen Unfall, es soll kein zweiter geschehen. »

Dafür wurden auch im Vorfeld sämtliche Wanderwege rund um die Absturzstelle gesperrt. Der Grund: Durch Wanderer könnte sich Gestein lösen und unter Umständen die am Hang arbeitenden Spezialistinnen und Spezialisten treffen.

Hanspeter Krüsi, Kantonspolizei St. Gallen

Hanspeter Krüsi, Kantonspolizei St. Gallen

Bild: PD

Das Wetter war gut genug

Um etwa 11 Uhr war der Fall klar: Der Helikopter wird starten. «Wir haben 2,5 Stunden Verspätung, dafür ist der Nebel weg», sagt Krüsi. Mannschaft und Material wurden per Superpuma, einem Helikopter der Luftwaffe, an die Unglücksstelle geflogen. Die Bergungsarbeiten konnten beginnen.

«Die Spezialistinnen und Spezialisten beginnen zuoberst und arbeiten sich nach unten vor», erklärt Krüsi. So würden nach und nach alle Wrackteile eingesammelt und in Depotsäcke verpackt. «Diese bringt der Helikopter dann wiederum nach unten.»

Wie lange das Ganze dauert, könne man nicht sagen. Um die Menge an Wrackteilen zu erahnen, startete im Vorfeld ein Helikopter zum Aufklärungsflug. «Genau bestimmen, wie viel zu tun ist, können wir nicht», sagt Krüsi. «Es kann sein, dass einige Teile noch vom Schnee verdeckt werden.» Bis Donnerstag sollten die Arbeiten laut Krüsi jedoch abgeschlossen sein.

Die Bergungsarbeiten werden alles andere als einfach.

Die Bergungsarbeiten werden alles andere als einfach.

Bild: PD

Erfahrene Spezialistinnen und Spezialisten

Das Räumungsdetachement, welches die Teile bergen wird, besteht hauptsächlich aus Angehörigen der Schweizer Armee und Spezialisten der Alpinen Rettung Ostschweiz, die im Dienst der SUST stehen. «Das sind erfahrene und gebirgstaugliche Leute», sagt Krüsi. Eine Bergung in alpinem Gelände ist nämlich relativ schwierig. Bei der Absturzstelle handele es sich nämlich um zerklüftetes Gelände, teilweise liegen Teile in Felsspalten. Krüsi sagt:

«Es ist eine händische Arbeit.»

Die Depotsäcke, in welche die Flugzeugteile gepackt werden, transportiert der Helikopter laufend ins Tal, Nähe der Schwägalp, wo man sie auf Lastwagen verlädt und zum Endstandort bringt, wo sie von der SUST untersucht werden.