Feldkirch
Trotz Ersparnissen von 7000 Euro: 20-Jähriger bricht für Cannabis in Autos ein – 15 Monate Haft

In Feldkirch stand ein junger Iraker vor Bezirksgericht, weil er mehrfach in Personenwagen einbrach. Seine Sucht habe ihn dazu getrieben. Das geht ins Geld. Seine Ersparnisse wollte der Beschuldigte aber für den Führerschein nutzen.

Christiane Eckert
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Sein Diebesgut gab der 20-Jährige für Cannabis aus.

Sein Diebesgut gab der 20-Jährige für Cannabis aus.

Symbolbild: Boris Bürgisser

Der junge Mann, der vor dem Bezirksgericht wegen mehrfacher Einbrüche in Personenwagen antraben muss, ist erst 20 Jahre alt. Vor sechs Jahren kam er aus dem Irak nach Österreich, machte den Hauptschulabschluss und wollte eine Friseurlehre beginnen. Doch seine Sucht kam ihm nach eigenen Angaben in die Quere.

Seit drei Jahren raucht der Beschuldigte Cannabis. Vor Gericht erklärt er in sicherem Deutsch: «Ich wollte mich selbst heilen.» Zuletzt brauchte er fünf Gramm pro Tag. Eine teure Sucht. Ein Gramm habe jeweils zehn Euro gekostet, sagt der Mann vor Gericht aus. Den Stoff kaufte er offenbar am Dornbirner Bahnhof von einem Afghanen und einem Marokkaner.

7000 Euro Erspartes für den Führerschein

Zu Hause hatte der Beschuldigte zwar einiges an Ersparnissen, rund 5000 Euro aus eigenen Mitteln, 2000 Euro von seiner Mutter, doch das Geld wollte er «aufheben». «Ich wollte den Führerschein machen», erklärt er dem Richter.

Der junge Mann hat mehrere Vorstrafen, unter anderem auch wegen schweren Raubes. Im Zusammenhang mit dem Raubverfahren tauchten mehrere Einbrüche in Personenwagen auf.

Die finanzielle Beute aus den unversperrten Fahrzeugen hielt sich in Grenzen. Für die Betroffenen war es eher lästig, dass sie sich Führerscheine, Ausweise und Bankkarten neu organisieren mussten. Zum Teil missbrauchte der junge Mann aber auch Kreditkarten und stahl aus einem Zigarettenautomaten einiges an Raucherwaren. Einem Opfer werden 360 Euro Schadenersatz zugesprochen, die restlichen Geschädigten sind nicht zur Verhandlung erschienen.

15 Monate Haft

Die Verteidigerin versucht «Beschaffungskriminalität» als milderndes Argument vorzubringen. Doch bei derart hohem Eigenkapital ist dies schwierig. «Sie hätten genug Geld gehabt, um die Drogen aus eigenen Mitteln zu bezahlen», heisst es seitens des Gerichts.

Mildernd wird gewertet, dass der Angeklagte unter 21 Jahren sowie reumütig und geständig ist. Aber auch, dass es in etlichen Fällen beim Tatversuch blieb, wirkt sich mildernd auf die ausgesprochene Strafe aus.

Erschwerend fiel hingegen ins Gewicht, dass der Beschuldigte bereits mehrfach vorbestraft ist und innerhalb seiner Probezeit rückfällig wurde. Das Gericht verurteilt ihn zu 15 Monaten Haft – ein Strafmass, das selbst den 20-Jährigen überrascht, hat er doch Schlimmeres befürchtet. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.