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«Dem Wald geht es vielerorts nicht gut»: Das Bundesparlament folgt dem Innerrhoder Ständerat Daniel Fässler und erhöht die Beiträge für die Waldpflege

Viele Wälder sind in einem schlechten Zustand, weil sich Pflege und Bewirtschaftung finanziell kaum mehr lohnen: Nun erhöht das Bundesparlament per sofort die staatlichen Beiträge. Ständerat Daniel Fässler (Die Mitte/AI) hatte die Forderung mit Unterstützung der Kantone durchgesetzt.

Adrian Vögele
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Warnt vor alarmierenden Problemen für die Waldwirtschaft: Daniel Fässler, Ständerat und Präsident des Verbands Wald Schweiz.

Warnt vor alarmierenden Problemen für die Waldwirtschaft: Daniel Fässler, Ständerat und Präsident des Verbands Wald Schweiz.

Bild: Hanspeter Schiess

Klimawandel, Borkenkäfer, Holzimporte aus dem Ausland: Die Schweizer Wälder und ihre Eigentümer kämpfen mit diversen Schwierigkeiten. «Alarmierend» sei die Situation, warnte Daniel Fässler, Innerrhoder Ständerat und Präsident des Verbandes Wald Schweiz, bereits im vergangenen Herbst im Parlament. «Dem Wald geht es vielerorts nicht gut.» Denn immer weniger Wälder würden gepflegt und für Holzwirtschaft genutzt, weil es sich finanziell kaum mehr lohne. Subventionen gebe es keine, auch nicht für die Leistungen des Waldes zu Gunsten von Erholung, Biodiversität und Trinkwasser. Zugleich sei das Schweizer Holz «schutzlos den Billigimporten vor allem aus dem Osten ausgeliefert». Es sei im Interesse der Allgemeinheit, dass die Wälder wieder besser gepflegt würden, nur schon aus Sicherheitsgründen beim Aufenthalt in der Natur.

Umweltministerin wehrte sich

Fässler verlangte daher mit einer Motion, dass der Bund zusätzliche finanzielle Beiträge von mindestens 25 Millionen Franken pro Jahr für die Stabilitäts-Waldpflege, für Sicherheitsholzschläge und für klima-angepasste Wiederaufforstungsmassnahmen leistet. Fässler erhielt dabei unter anderem Unterstützung von den Grünen, die kritisierten, der Bundesrat schiebe das Problem auf die lange Bank. Umweltministerin Simonetta Sommaruga wehrte sich zwar gegen diesen Vorwurf und betonte auch, die finanziellen Beiträge für den Wald seien gerade erst erhöht worden. Ausserdem müsse diese Frage ohnehin zusammen mit den Kantonen geklärt werden. Der Ständerat stimmte der Motion dennoch deutlich zu.

Kantone ziehen mit

Jetzt hat auch der Nationalrat die Motion gutgeheissen. Stillschweigend, nachdem die Umweltkommission (Urek) das Anliegen ebenfalls befürwortet hatte. Die Urek zeigte sich in ihrem Bericht ebenfalls besorgt über den Zustand der Wälder. Auch die Kantone unterstützen den Vorstoss – sie hätten sich bereit erklärt, die nötigen Äquivalenzbeiträge zu leisten, wie Fässler sagt. Darum änderte die Umweltkommission den Motionstext leicht ab, so dass die Mittel noch schneller fliessen. Falls nötig soll der Staat auch Nachtragskredite für das laufende Jahr bereitstellen. Dem ergänzten Motionstext muss der Ständerat nun nochmals zustimmen.

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