dies academicus
Die Universität St.Gallen zeichnet das «Solihaus» aus: Es erhält den zweiten HSG-Kulturpreis

An ihrem akademischen Feiertag ehrt die Universität St.Gallen das Solidaritätshaus in der Stadt St.Gallen. Der traditionelle Dies academicus fand nach zwei virtuellen Feiern dieses Jahr wieder auf dem Campus statt.

Regula Weik
Drucken
Für seine Arbeit ausgezeichnet: das Solidaritätshaus im Quartier St.Fiden im Osten der Stadt St.Gallen.

Für seine Arbeit ausgezeichnet: das Solidaritätshaus im Quartier St.Fiden im Osten der Stadt St.Gallen.

Bild: Urs Bucher

An ihrem akademischen Feiertag ehrt die Universität St.Gallen das Solidaritätshaus, das «Solihaus», mit dem HSG-Kulturpreis. Das offene Haus in der Stadt St.Gallen bietet Flüchtlingen und Migrantinnen und Migranten aus der Region St.Gallen, Appenzellerland und Thurgau kostenlos eine Tagesstruktur. Es ermögliche darüber hinaus mit verschiedenen Veranstaltungen auch «persönliche Begegnungen zwischen Flüchtlingen und einheimischer Bevölkerung», so die HSG.

Es ist erst der zweite Kulturpreis, den die Universität St.Gallen am Wochenende verliehen hat. Mit dem ersten HSG-Kulturpreis war der St.Galler Texter, Sänger, Musiker und Zeichner Manuel Stahlberger ausgezeichnet worden.

«Kritisches Denken ist Teil der Verantwortung»

Bernhard Ehrenzeller, Rektor der Universität St.Gallen.

Bernhard Ehrenzeller, Rektor der Universität St.Gallen.

Bild. Donato Caspari

Der traditionelle Dies academicus fand nach zwei virtuellen Feiern dieses Jahr wieder auf dem Campus statt. «Universitäten sind Teil einer Wertegemeinschaft. Hochschulen sind zudem Orte, deren Wirkung über ihre Gemeinschaft im engeren Sinne hinausgeht», sagte Rektor Bernhard Ehrenzeller in seiner Eröffnungsrede. Gerade mit dem «Square» – das neue Learning-Center wurde im Februar eröffnet – habe «die HSG einen Ort geschaffen, der auch vermehrt zum Brückenschlag nach innen und aussen einlade».

Wolle eine Universität der Gesellschaft wirklich dienen, dürfe sie sich nicht nur als Dienstleisterin verstehen – «sie muss als Expertenorganisation der Gesellschaft auch als Kritikerin gegenüberstehen und den Studierenden das Bewusstsein vermitteln, dass kritisches Denken, auch sich selbst gegenüber, Teil der Verantwortung ist», so der Rektor.

Drei Ehrendoktorate, drei Ehrensenatoren

Wie üblich verlieh die Universität an ihren Feiertag Ehrendoktorate. Mike Burkart, Professor in Unternehmensführung und Finanz-Contracting an der London School of Economics and Political Science, wurde von der School of Finance mit dem Ehrendoktorat gewürdigt. Ausgezeichnet mit dem Ehrendoktorat der Wirtschaftswissenschaften wurden Eileen Fischer, Professorin an der Schulich School of Business in Toronto, und Silvana Tenreyro, Professorin in Geldpolitik und internationaler Ökonomie an der London School of Economics and Political Science.

Die langjährige Geschäftsführerin der Stiftung Startfeld sowie Initiantin des Bildungslabs Smartfeld, Cornelia Gut-Villa, wurde für ihre Verdienste zur neuen Ehrensenatorin der HSG ernannt. Mit Ann-Kristin Achleitner und Paul Achleitner nehme die Universität zwei weitere, herausragende Impulsgeber neu in den Ehrensenat auf, heisst es weiter.