migration
Alem, Guled, Mahmoud: Wie jugendliche Flüchtlinge aus Afghanistan, Somalia oder Syrien ein neues Leben in der Ostschweiz fanden

Ein Buch von Ostschweizer Asylorganisationen lässt elf unbegleitete minderjährige Asylsuchende (UMA) von ihrer Flucht und ihren Erfahrungen im hiesigen Alltag erzählen ‒ erschütternde wie beglückende Lektüre und Anleitung für offenherzige Begegnungen.

Marcel Elsener
Merken
Drucken
Teilen

Exklusiv für Abonnenten

Auf einer St.Galler Treppe: Alem aus Afghanistan, der junge Mann auf dem Buchcover.

Auf einer St.Galler Treppe: Alem aus Afghanistan, der junge Mann auf dem Buchcover.

Bild: Ahmad Motalaei/PD

Das Nichtwissen gilt für beide Seiten. Kaum einer hat von der Schweiz gehört oder weiss, wo sie liegt. Keine Ahnung vom Klima, von den Menschen und ihrer Sprache; einer meint, dass in ganz Europa Englisch gesprochen werde. Und dann stehen sie, 15-jährig, nach monatelanger lebensgefährlicher Flucht, die Nacht davor noch im Bahnhof München übernachtet, wie Asef am Zoll in St.Margrethen und staunen, wie nett die Polizisten sind und dass man vor ihnen keine Angst haben muss. «Sie hatten keine Kalaschnikows wie in Afghanistan.»