Rentner wegen Chat mit Mädchen verurteilt: 1000 Franken Busse

Ein 68-jähriger Thurgauer stand vor Gericht, weil er sexuellen Kontakt mit einer vermeintlich 13-Jährigen wollte.

(sda)
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Auf einer Chatplattform suchte der Mann Kontakt zu einer Minderjährigen.

Auf einer Chatplattform suchte der Mann Kontakt zu einer Minderjährigen.

Erwin Wodicka

Ein Rentner hat mit einem vermeintlich 13-jährigen Mädchen gechattet und dabei sexuelle Handlungen von ihr gefordert. Als der Thurgauer das Mädchen am Zürcher Hauptbahnhof treffen wollte, stellte ihn dort die Polizei. Das Bezirksgericht Zürich verurteilte ihn jetzt zu einer bedingten Freiheitsstrafe von acht Monaten.

Vor dem Zürcher Einzelrichter sass am Mittwoch ein geständiger Mann. Vor knapp einem Jahr versuchte der 68-jährige Rentner sexuellen Kontakt mit einem jungen Mädchen zu knüpfen. Auf der Chatplattform plauderstube.ch hatte sich der Witwer aus dem Kanton Thurgau «Witwer 67» genannt.

«Larabella» war ein Polizist

Er trat in Kontakt mit einer gewissen «Larabella». Das Mädchen gab ihm an, dass es 13 Jahre alt sei. Der Rentner forderte «Larabella» unter anderem dazu auf, ihm zu beschreiben, wie ihre Brüste aussehen. «Larabella» war ein Polizist Der Rentner schickte ihr sodann zwei Fotos von seinem Penis und forderte sie dazu auf, dass sie ihn «geil massieren» solle.

Der 68-Jährige schlug der vermeintlich 13-Jährigen ein Treffen am Hauptbahnhof Zürich vor. Hinter dem Pseudonym «Larabella» steckte allerdings ein verdeckter Vorermittler der Stadtpolizei Zürich. Der beschuldigte Rentner erschien zur vereinbarten Zeit am vereinbarten Ort, wo er von den Beamten der Stadtpolizei gleich verhaftet wurde. Die Staatsanwaltschaft erhob Anklage wegen versuchter sexueller Handlungen mit einem Kind und versuchter Pornografie.

Der Mann stritt vor dem Einzelrichter seine Tat nicht ab. Auf die Frage, warum er sexuellen Kontakt zu einer Minderjährigen suchte, antwortete er, dass er damals einsam gewesen sei und Kontakt zu anderen Menschen gesucht habe. Warum er aber ein 13-jähriges Mädchen anschrieb, konnte er nicht beantworten.

Einzelrichter hofft auf Wirkung der Therapie

Der Beschuldigte gab an, dass er sich nach der Verhaftung in eine freiwillige Therapie begeben habe. Sein Sohn, ein Informatiker, überwache seit der Tat seinen einzigen Computer. Der Prozess wurde im abgekürzten Verfahren geführt, das heisst, dass der Urteilsvorschlag der Staatsanwaltschaft gleich zum Urteil ernannt wurde.

Der Einzelrichter gab seine Hoffnung zum Ausdruck, dass die Therapie beim Rentner etwas bewirke. «Wir gehen davon aus, dass es sich hier um eine einmalige Entgleisung handelte.» Er verurteilte den Mann zu einer bedingten Freiheitsstrafe von acht Monaten sowie einer Busse von 1000 Franken.

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