RENAISSANCE: Bester Campingplatz ist im Thurgau

Seit 2014 werden auf Ostschweizer Campingplätzen jedes Jahr mehr Übernachtungen verzeichnet. Der beste Campingplatz der Schweiz befindet sich auf Thurgauer Boden.

Patrick Baumann
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Auf dem Thurgauer Campingplatz Hüttenberg reiht sich Wohnmobil an Wohnmobil. (Bild: PD)

Auf dem Thurgauer Campingplatz Hüttenberg reiht sich Wohnmobil an Wohnmobil. (Bild: PD)

Patrick Baumann

patrick.baumann@tagblatt.ch

Auf den 31 Ostschweizer Campingplätzen sind im vergangenen Jahr über 166000 Übernachtungen verbucht worden. Für einen Spitzenplatz reicht das nicht, es bedeutet aber schweizweit einen Platz im Mittelfeld. Das Tessin führt die Rangliste mit grossem Vorsprung an. 2016 wurden dort knapp 660000 Übernachtungen registriert. Dafür kann die Ostschweiz gemäss Camping.Info mit dem besten Campingplatz des Landes aufwarten. Der Online-Campingführer hat die Top-100-Campingplätze in Europa ermittelt. Auf Rang 38 befindet sich Camping Hüttenberg als einziger Vertreter aus der Schweiz. Der unweit des Bodensees in der Thurgauer Gemeinde Eschenz liegende Campingplatz wurde im Jahr 1965 eröffnet und ist mittlerweile bereits in der dritten Ge­neration im Besitz der Familie Meier.

Freude über die positiven Rückmeldungen

Bei den Betreibern ist die Freude gross. «Wir freuen uns natürlich sehr über diese Anerkennung», sagt Marcel Meier, der Betreiber des Campingplatzes. «Besonders der Umstand, dass es sich bei diesem Award um einen Publikumspreis handelt, macht uns stolz.» Beim «Camping.Info Award» zählen nur die Bewertungen der Gäste. Camping Hüttenberg wurde bereits im vergangenen Jahr ausgezeichnet. Meiers Erklärung für den anhaltenden Erfolg ist einfach, aber nicht selbstverständlich: «Wir lesen die Bewertungen unserer Gäste durch und hören ihnen zu. Danach versuchen wir, bestmöglichst auf die Wünsche einzugehen und Verbesserungen vorzunehmen. Dies scheint bei den Gästen gut anzukommen.»

Die Gäste auf dem Campingplatz Hüttenberg und auch auf anderen Ostschweizer Campingplätzen kommen grösstenteils aus der Schweiz. «Dieser Trend hat sich in den vergangenen Jahren noch deutlich verstärkt», sagt Meier. «Der starke Franken trägt da sicherlich seinen Teil dazu bei. Viele Touristen, die um den Bodensee campieren wollen, bleiben in Deutschland und kommen nicht über die Grenze zu uns.» Die Hotelindustrie habe in den vergangenen Jahren aber deutlich mehr unter dem starken Franken gelitten.

Auf dem Campingplatz Hüttenberg gibt es neben Stellplätzen für Dauercamper und Touristen auch Bungalows und einfache Holzunterkünfte, sogenannte Podhouses. Ganz neu sei diese Art der Unterkunft nicht, seit einigen Jahren verzeichne man aber steigende Buchungszahlen, sagt Meier.

Immer mehr Übernachtungen

In der Schweiz erfährt der Campingurlaub eine Renaissance. 2016 wurden erstmals seit 2009 wieder mehr Übernachtungen auf Campingplätzen registriert. gemäss Mitteilung von Camping.Info waren es über 2,7 Millionen. Dies entspricht einem Zuwachs von 4,85 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ein Blick auf die Zahlen bei den Wohnmobilen bestätigt den Trend. Momentan sind Gemäss Camping.Info schweizweit 51513 Wohnmobile zugelassen. 8,32 Prozent mehr als im Vorjahr. Zugelassene Wohnanhänger gibt es 34891.

Campingurlaube sind für die Tourismusbranche in der Schweiz ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor. Rund 5,5 Prozent der Übernachtungen des Jahres 2016 gehen auf das Konto der 406 Campingplätze des Landes. Der durchschnittliche Campinggast verweilt 2,9 Tage auf dem Campingplatz und bleibt damit etwas länger als Gäste in Hotels oder Jugendherbergen. In solche Unterkünften beträgt der Schnitt 2,3 Nächte.