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RELIGION: Sie wirbt für Kirchenberufe

Wenig junge Menschen entscheiden sich für einen Beruf in der katholischen Kirche. Die 26-jährige Pastoralassistentin Annabel Menet ist eine von ihnen. Anfänglich musste sie gegen ihre eigenen Vorurteile ankämpfen.
Tim Frei
Annabel Menet ist fasziniert davon, die Menschen in all ihren Lebensphasen zu begleiten. (Bild: Ralph Ribi)

Annabel Menet ist fasziniert davon, die Menschen in all ihren Lebensphasen zu begleiten. (Bild: Ralph Ribi)

Tim Frei

tim.frei@tagblatt.ch

Annabel Menets Konterfei prangt zurzeit auf Plakaten in öffent­lichen Verkehrsmitteln der Ostschweiz. «Es ist ein komisches Gefühl, wenn man seinem Gesicht im Bus begegnet», sagt die 26-jährige Sarganserin. Hintergrund ist das Projekt «Chance Kirchenberufe», das 2013 von der Deutschschweizerischen Ordinarienkonferenz initiiert wurde, um den Personalmangel in der katholischen Kirche zu beheben. Nachdem sich die Kampagne bis 2016 auf die 35- bis 45-Jährigen fokussiert hat, will man nun bei Jugendlichen Interesse für kirchliche Berufe wecken. Annabel Menet, Pastoralassistentin in der Pfarrei St. Maria im St. Galler Neudorf, ist eine der Botschaf­terinnen dieser Kampagne.

Auf den ersten Blick würde man kaum annehmen, dass Annabel Menet für die katholische Kirche arbeitet. Sie entspricht so gar nicht dem Bild einer gesetzten kirchlichen Funktionärin, viel eher wirkt die aufgestellte Frau wie eine wissbegierige Studentin. Wie kam sie zu ihrem heutigen Beruf der Pastoralassistentin? Nach der Matura in Sargans schwirrten ihr mehrere Studiengänge durch den Kopf – von Wirtschaft und Recht über Sozialarbeit bis zu Physiotherapie. Theologie habe sie zwar schon früh interessiert, jedoch habe sie die üblichen Vorurteile vor sich gehabt – wie etwa, dass man nur Theologie studiere, wenn man ins Kloster möchte. Deshalb habe sie sich diesen Studiengang nicht vorstellen können.

Ein Informationstag zum Theologiestudium an der Universität Luzern wischte diese Skepsis gründlich weg: «Die überschaubare Fakultät, der persönliche Kontakt unter den Studenten und das breite Themenspektrum haben mich begeistert», sagt sie. «Noch am gleichen Abend habe ich mich dafür entschieden.» Eine grosse Rolle spielte auch die familiäre Prägung: Ihre Eltern sind in der katholischen Kirche verwurzelt, was auf Annabel ­Menet abfärbte: Oft gingen sie gemeinsam in die Kirche oder halfen bei kirchlichen Aktivitäten, wie zum Beispiel am Christkindmarkt.

Wie ihre Mutter engagierte sich auch Annabel in der Jubla, in Jungwacht-Blauring und auch in der Schönstatt-­Jugend. Diese Hinwendung zur Kirche sei komplett aus freiem Willen erfolgt: «Ich fühlte mich dort schlicht zu Hause. Die ­Offenheit untereinander und der wertschätzende Umgang miteinander haben mir gefallen.»

Nicht zum Zölibat verpflichtet

Dieser frühe Kontakt mit der Kirche war dann auch einer der Gründe, weshalb sich die Sarganserin nach dem Studium für den Beruf der Pastoralassistentin entschied. Damit wollte sie sich nach der theoretischen Beschäftigung mit Theologie der Praxis und damit dem Menschen zuwenden.

Als Pastoralassistentin ist sie auf drei Ebenen tätig: Sie begleitet Familien auf ihrem Lebensweg – zum Beispiel bei Taufen oder Kirchenfesten. Sie gibt Religionsunterricht. Und sie gestaltet Gottesdienste auf dem Bauernhof oder für Familien, Abdankungen und andere Wortgottesfeiern. Ohne Priesterweihe erfüllt sie als Laientheologin Aufgaben, die von den Priestern allein nicht mehr ausgefüllt werden könnten. Im Unterschied zu Priestern hat sie aber keine Verpflichtung zum Zölibat. Sie hat einen festen Freund und kann sich gut vorstellen, mit ihm später eine Familie zu gründen.

«Mich fasziniert es, die Menschen in all ihren Lebensphasen abzuholen und zu begleiten, von der Taufe bis zur Beerdigung», sagt die Pastoralassistentin. Menschen bei der Suche nach dem ­Lebenssinn zu begleiten, nennt sie als spannendste und gleichwohl schwierigste Aufgabe – nicht zuletzt nach Schicksalsschlägen. Sie engagiert sich stark in ihrer Arbeit. Was bekommt sie dafür zurück? «Es befriedigt mich enorm, wenn ich sehe, welch positive Auswirkungen die Auseinandersetzung mit Menschen auf deren Leben hat.»

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