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RELIGION: Kirchenrat schaltet sich ein

Die reformierte Kirche das Kantons St. Gallen kritisiert die unkommentierte Verbreitung von Bibelzitaten über Homosexuelle.

Christliche Jugendorganisationen wollen heute in Bern dagegen demonstrieren, dass sie aus dem Förderprogramm Jugend+Sport ausgeschlossen werden. Der Bund hatte den Entscheid damit begründet, dass das primäre Ziel der Gruppen nicht eine «offene Jugendarbeit», sondern die «religiöse Mission» sei.

Die Synode der evangelisch-reformierten Kirche St. Gallen hat diese Woche eine Resolution verabschiedet, welche den Protest unterstützt und verlangt, dass der Kirchenrat – die Exekutive der Kantonalkirche – in Bern inter­veniert. Stossend sei, dass sportliche Aktivität nicht förderungswürdig sein solle, nur weil sie von einer christlichen Organisation angeboten werde, so die Haltung der Synode.

Zugleich ist nun aber der Bund Evangelischer Schweizer Jungscharen (Besj) in die Kritik geraten. Er hatte auf seiner Webseite Bibelzitate zur Homosexualität unkommentiert wieder­gegeben. Diese trugen Titel wie «Homosexualität gehört zu den Kennzeichen Ungläubiger» oder «Homosexueller Verkehr ist ­Folge von Götzendienst». ­Inzwischen hat das Besj die ­Texte gelöscht.

Für J+S-Gelder, gegen Diskriminierung

Der St. Galler Kirchenrat sieht sich zu einer Klarstellung veranlasst: Er unterstütze nach wie vor die Resolution der Synode an den Bund, schreibt er in einer Medienmitteilung. Allerdings gehe es nicht an, dass Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung diskriminiert würden. «Zudem vertritt der Kirchenrat die Ansicht, dass Bibelzitate einer historischen oder kontextuellen Einordnung bedürfen – also nicht einfach unkommentiert gewissen Themen zugeordnet werden können.» Um diese Haltung deutlich zu machen, werde man nun das Gespräch mit Vertretern des Besj suchen.

Adrian Jaggi, Mediensprecher des Besj, hält gegenüber der NZZ fest, von aktiver Hetze seiner Organisation gegen Homosexuelle könne keine Rede sein. Vor zehn Jahren habe jemand Bibelpassagen mit «wirklich unglücklich gewählten» Titeln verschlagwortet. «Unser Fehler war, dass wir von diesen Inhalten nichts wussten. Solche Passagen brauchen unbedingt eine kommentierende Einordnung.»

Der Schweizerischen Evangelischen Allianz (SEA), die zur heutigen Kundgebung in Bern aufgerufen hat, kommt der Vorfall äusserst ungelegen. Andi Bachmann-Roth, der Jugendbeauftragte der SEA, sagt gegenüber der NZZ, die erwähnten ­Inhalte seien problematisch und widersprächen der Haltung der SEA-Verbände. «Bei uns sind auch Homosexuelle herzlich willkommen.» Die SEA habe von diesen Texten nichts gewusst. Sonst hätte man beim Bund der Jungscharen interveniert, wie Bachmann-Roth sagt. Die Kundgebung in Bern werde trotz allem wie geplant stattfinden. (av)

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