Rekordsumme an Thurgauer Sportvereine ausbezahlt

Zwei Dutzend langjährige Leiterinnen und Leiter wurden am diesjährigen Sportforum geehrt. Erstmals sind über 2,5 Millionen Franken an Sportvereine, Schulen und Jugendorganisationen ausbezahlt worden.

Werner Lenzin
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Regierungsrätin Monika Knill (rechts aussen) durfte am diesjährigen Sportforum zusammen mit Sportamtschef Martin Leemann (links aussen) die langjährigen Leiterinnen und Leiter ehren. (Bild: Werner Lenzin)

Regierungsrätin Monika Knill (rechts aussen) durfte am diesjährigen Sportforum zusammen mit Sportamtschef Martin Leemann (links aussen) die langjährigen Leiterinnen und Leiter ehren. (Bild: Werner Lenzin)

«Wir befinden uns momentan in der fünften Jahreszeit, aber auch in der Zeit, in der sich junge Spitzensportler auf ihre Berufsabschlüsse vorbereiten und ihr Training aktivieren», begrüsste Regierungsrätin Monika Knill die Vertreter aus Politik, Sport und Wirtschaft in Frauenfeld. Sie bezeichnete die Ehrenamtlichkeit der geehrten und langjährigen Leiterinnen und Leiter als zentrales Element für eine seriöse Basis für den späteren Leistungssport. Knill nannte die drei Attribute «zielstrebig, konsequent und gelassen», mit denen sich der ehemalige österreichische Automobilrennfahrer Niki Lauda charakterisierte, als treffend für die heute anwesenden Spitzensportler.

Mit Engagement und Leidenschaft

Martin Leemann blickte zurück auf das Sportjahr 2018, sein erstes als Sportamtschef. Dabei erinnerte er an all die erfolgreichen Sportanlässe im Kanton und lobte insbesondere die vielen Freiwilligen, welche im Hintergrund mit grossem Engagement und Leidenschaft den Thurgauer Sport unterstützen. Mit Blick auf die Erfolge von Mannschaften, den 111 Thurgauern, welche an internationalen Meisterschaft 12 Gold-, 10 Silber- und 11 Bronzemedaillen holten, auf den Sieg von Sämi Giger am Kantonalen Thurgauer Schwingfest und auf die vier Tage, an denen Stefan Küng an der Tour de France das gelbe Trikot trug, sagte Leemann: «Primär sind es die Menschen und nicht die Leistungen, die ich kennenlernen durften». Der Amtschef wies auf die Neuerungen beim Sportamt Thurgau hin, darunter die Plattform www.tg-aktiv.ch, die über alle öffentlichen und frei zugänglichen Sportanlagen im Kanton informiert. 6484 Leiterpersonen unterrichteten im Rahmen von 2979 Kursen und Lagern insgesamt 38 111 Jugendliche. Insgesamt wurden erstmals über 2,5 Millionen an Sportvereine, Schulen und Jugendorganisationen ausbezahlt.

Zahlreiche Ehrungen

Am diesjährigen Sportforum durften Regierungsrätin Monika Knill und Sportamtschef Martin Leemann folgende 24 langjährige Leiter ehren. 10 Jahre: Lucio Hürlimann (Jugendsportcamp). 20 Jahre: Ruth Casutt (Segeln); Valentin Hasler (Lagersport/Trekking); René Stäheli (Fussball); Urs Olbrecht (Segeln); Peter Dettwiler (Eishockey); Claudia Gisi (Schulsport); Yvonne Kramer-Huber (Rock’n’Roll/Schulsport); Pirmin Loser (Schulsport/Unihockey); Peter Plüer (Rettungsschwimmen); Carmen Puccio (Gymnastik und Tanz); Daniela Zuber-Pfister (Kunstturnen); Roberto Danubio (Karate); Franz Reithofer (Fussball); André Steiger (Leichtathletik); Jürg Baggenstoss (Jugendsportcamp). 30 Jahre: Marlies Hablützel (Kanusport); Roman Hänni (Fussball); Christoph Kiser (Nationalturnen); Peter Lehmann (Schulsport); Urs Marti (Schulsport/Radsport). 40 Jahre: Robert Gisler (Leichtathletik);  Fredi Ingold (Basketball); Jörg Bügisser (Leichtathletik). (le)

Unter einem Hut

Der langjährige SRF-Mitarbeiter Fritz Bischoff befragte Ralph Näf (Trainer und Teamchef Mountainbike), Stefan Bissegger (Radprofi), Marcel Hug (Rollstuhlsportler), Christian Ecknauer (Leiter Sport-KV) und Andreas Bischof (Ausbildungsleiter Bühler AG, Uzwil) über ihre Erfahrungen bei der berufliche Grundausbildung, verbunden mit dem Engagement im Leistungssport.

«Während meiner Lehre als Maurer habe ich nach der Arbeit trainiert. Ich erinnere mich an eine harte Zeit und eine grosse Belastung», sagt Näf. Wichtig ist für ihn, dass junge Athleten die sportspezifisch benötigte Zeit von ihrem Arbeitgeber erhalten: «Der junge Sportler soll trotz Sport einen Beruf individuell wählen können». Hug absolvierte nach seiner Schulzeit bei der NET in Kreuzlingen das Sport-KV und für ihn war dieser Ausbildungsweg ein Privileg. Bissegger hat während seiner Lehre als Velomechaniker viel trainiert und sich dabei sportlich entfaltet. Sein Lehrbetrieb hat ihn dabei unterstützt und ihm den nötigen Freiraum gegeben. «Ich habe oft neben meiner wöchentlichen Arbeitszeit von 45 Stunden noch 20 Stunden trainiert und dabei gelernt, was es heisst zu arbeiten und die Zeit im Leben auszunutzen», so Bissgger.

Mehrwert fürs Arbeitsleben

Bischof erklärt, dass in seinem Betrieb Spitzensport treibende Jugendliche 400 Stunden jährlich erhalten, besonders Talentierte noch mehr. Diese Lernenden seien super organisiert und strukturiert und nähmen dies mit in ihr Arbeitsleben. Beim Sport-KV gibt es laut Ecknauer spezielle Pläne für alle Sportler und man biete beste Grundlagen, um eine Sportkarriere optimal zu fördern. Der mentale Bereich sei sehr wichtig, um Ausbildung und Sport unter einen Hut zu bringen.