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Rehkitze sterben auf Ökowiesen

Wildtiere Vier Rehkitze sind am Freitag beim Mähen von Ökowiesen auf St. Galler Stadtgebiet getötet worden. Die Jäger rufen die Bauern in der Schweiz auf, die Wiesen vor dem Mähen nach Rehkitzen und anderen Wildtieren abzusuchen.

Ökologische Ausgleichsflächen dürfen erst nach dem 15. Juni gemäht werden. Laut den Jägern der Stadt St. Gallen starben am ersten Tag, an dem das Mähen dieses Jahr erlaubt war, ­allein im stadtnahen St. Galler Jagdrevier vier Jungtiere einen qualvollen Tod durch Vermähen. Aus angrenzenden Revieren seien zahlreiche weitere Fälle ­gemeldet worden, teilte Jagd St. Gallen am Samstag mit.

Die ökologischen Flächen würden zur Todesfalle für Jungtiere. «Es darf nicht sein, dass am Tag nach Ablauf der Schonfrist subventionierte Ausgleichsflächen auf breiter Front abrasiert werden und damit unendliches Tierleid verursacht wird», schreibt Peter Weigelt, der Präsident von Revierjagd St. Gallen. Leider gingen viele Landwirte davon aus, dass Rehkitze nur im Mai ein Thema seien. Dies sei jedoch ein Irrtum. Rehe versteckten ihre Jungen bis Ende Juni im hohen Gras. Deshalb seien Verblendungsmassnahmen und Kontrollen von waldnahen Mähflächen zwingend. «Noch besser wäre es, wenn ökologische Ausgleichsflächen erst im Juli gemäht werden dürften», sagen die Jäger.

3000 Rehkitze verenden

Laut Statistiken sterben beim Mähen von Wiesen in der Schweiz jedes Jahr bis zu 3000 Rehkitze. Die Dunkelziffer sei hoch, heisst es im Communiqué. Der Staat müsse zwingend handeln, zumal die Tiere mit wenig Aufwand vor dem qualvollen Tod bewahrt werden könnten. Die Jäger kritisieren auch die St. Galler Behörden. Vor wenigen Tagen habe der Kanton das Biodiversitätskonzept 2018–2025 in die Vernehmlassung geschickt. Darin seien jagdbare Wildtiere nicht einmal erwähnt.

Erfolgreich im Auffinden versteckter Rehkitze sind Drohnen. Diese Methode ist allerdings teuer: Drohnenflüge von spezialisierten Unternehmen kosten zwischen 150 und 200 Franken pro Parzelle. (sda)

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