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REGIONALZEITUNGEN: Print bleibt stabil, Online wächst

Erstmals hat das Jahrbuch «Qualität der Medien» das «St. Galler Tagblatt» und Kopfblätter einbezogen. Es streicht heraus, wie wichtig Regionalzeitungen für eine funktionierende Demokratie sind.
Rolf App

Rolf App

rolf.app@tagblatt.ch

Das vom Forschungsinstitut Öffentlichkeit und Gesellschaft der Universität Zürich erarbeitete Jahrbuch «Qualität der Medien» zeichnet die Entwicklung der Medien in der Schweiz Jahr für Jahr nach. In der Auswahl der Stichprobe geht es selektiv vor, aus Kostengründen ist es nicht möglich, alle Medientitel zu analysieren. Deshalb ist bisher auch diese Zeitung nicht einbezogen worden. Mit dem Jahrbuch 2017 hat sich das geändert. Überhaupt widmen die Forscher den Regionalzeitungen diesmal ihre besondere Aufmerksamkeit. Aus zwei Gründen: Zum einen kommt in der Demokratie den Medien auf lokaler und regionaler Ebene eine besondere Bedeutung zu. Sie erlauben es dem Bürger und der Bürgerin, «sich über die eigene Gesellschaft zu informieren, Problemstellungen und Themen zu erkennen und am gesellschaft- lichen Diskurs teilzuhaben», heisst es im Jahrbuch. Zum anderen erfüllen Regionalzeitungen eine Integrationsfunktion. In ihnen spiegelt sich die Vielfalt des Geschehens, über sie lernen wir jene Menschen kennen und verstehen, mit denen wir mehr oder weniger nah zusammenleben.

Doch wie steht es um diese regionale Berichterstattung? Zunächst zeigt sich quantitativ, wie gross das Gewicht des Regionalen ist. An der Spitze rangiert mit einem Anteil an regionaler Berichterstattung von 43 Prozent der «Corriere del Ticino», gefolgt mit 42 Prozent vom «St. Galler Tagblatt». Zum Vergleich: Der überregionale «Tages-Anzeiger» kommt auf 19, die «Neue Zürcher Zeitung» auf 12 Prozent. «Aargauer Zeitung» und «Luzerner Zeitung» liegen mit 38 und 37 Prozent im Mittelfeld.

Um die Qualität der Regionalzeitungen beurteilen zu können, hat das Forschungsinstitut ein Messverfahren entwickelt mit den vier Qualitätsdimensionen Relevanz, Vielfalt, Einordnungsleistung und Professionalität. Anhand dieser wurden zwischen 2014 und 2016 insgesamt 71562 Beiträge analysiert und zu einem sogenannten Qualitätsscore zusammengefasst.

Online-Angebote haben auch qualitativ aufgeholt

Betrachtet man die Medienlandschaft nach Medientypen, so steht das öffentliche Radio an der Spitze (Qualitätsscore 8,2 von 10 möglichen Punkten), gefolgt vom öffentlichen Fernsehen (7,7), den Sonntagszeitungen und Magazinen (6,9), SRG Online (6,8) und den Abonnementszeitungen (6,6). Am Ende der Skala finden sich Pendlerzeitungen (4,7) und Boulevardzeitungen (4,4). Generell zeigt sich dabei, dass Online-Angebote nicht nur punkto Zuspruch, sondern auch in der Qualität aufgeholt haben. Eine Auswertung von 44 Schweizer Presse- und Onlinetiteln zeigen das Magazin «L’Hebdo» und die «Neue Zürcher Zeitung» mit einem Score von 8,1 an der Spitze. Das «St. Galler Tagblatt» kommt mit der gedruckten Ausgabe auf 6,1, im Online auf 5,6. Schlusslicht ist der «Blick am Abend» mit 4,2 bzw. 3,7.

Fast alle Bezahlzeitungen büssen seit Jahren an Lesern ein, die zu den gedruckten oder Online-Gratisangeboten abwandern. Im Jahr 2016 können nur gerade zwei Sonntagszeitungen (die «Sonntags-Zeitung» und die mittlerweile als E-Paper erscheinende «Ostschweiz am Sonntag») an Reichweite zulegen. Besonders markant verlieren Boulevard- und Gratiszeitungen an Boden. Unter den verlustträchtigsten Angeboten folgen hinter dem Boulevard-Flaggschiff «Blick» (minus 17 Prozent) schon bald die «Weltwoche» und die «Basler Zeitung» (je minus 13 Prozent). Die «Basler Zeitung» sei damit die Ausnahme unter den Regionalzeitungen. Die «Ostschweiz am Sonntag» legte 5 Prozent zu, das «St. Galler Tagblatt» bleibt in seiner gedruckten Form stabil. Positiv ins Gewicht fällt, dass sich nach Angaben der Forscher die Regionalzeitungen «dank ihrer 2016 kräftig an Reichweite wachsenden Onlineausgaben (‹St. Galler Tagblatt› plus 46 Prozent, ‹Luzerner Zeitung› plus 34 Prozent, ‹Südostschweiz› plus 34 Prozent, ‹Der Bund› plus 15 Prozent) gut behaupten können».

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