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«Die Zahl der Klassiker-Liebhaber wächst»: Steckborn lockte zum zweiten Oldtimertreffen an den Untersee

Der Verein Freunde des Bergrennens Steckborn hat das zweite Oldtimertreffen auf dem Areal des Seeschulhauses veranstaltet. Wie Präsident Claude Schönherr verriet, sind die Besitzer von rund 150 Oldtimern der Einladung gefolgt.

Margrith Pfister-Kübler
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In Reih und Glied: die Oldtimer beim Treffen beim Seeschulhaus Steckborn.

In Reih und Glied: die Oldtimer beim Treffen beim Seeschulhaus Steckborn.

Bild: Margrith Pfister-Kübler

«Petrus muss ein Oldtimerfan sein.» Diesen Satz hörte man am Sonntagmorgen auf dem Platz vor dem Seeschulhaus Steckborn oft. Denn trotz regnerischer Prognose blieb das zweite Oldtimertreffen in Steckborn vom Regen verschont. Die Stadt am Untersee ist bekannt für das Memorial-Bergrennen, das am 23. und 24. September 2023 nach vier Jahren Pause wieder durchgeführt werden soll.

Ein Hupmobile, ein Oldtimer einer amerikanischer Marke, die von 1909 bis 1941 in Detroit Fahrzeuge herstellte.

Ein Hupmobile, ein Oldtimer einer amerikanischer Marke, die von 1909 bis 1941 in Detroit Fahrzeuge herstellte.

Bild: Margrith Pfister-kübler

Claude Schönherr, Präsident des Vereins Freunde des Bergrennens Steckborn, freute sich sehr darüber, dass auch unter den jungen Leuten immer mehr Oldtimerfans zu finden sind. «Gesamthaft sind 150 Oldtimer zur Schau gestellt worden. Die Zahl der Klassiker-Liebhaber wächst und wächst», sagte er sichtlich stolz und fügt an, dass er angesichts der rund 500 Besucherinnen und Besucher sehr zufrieden sei.

Fahrzeuge mit Geschichten

Es herrschte ein Kommen und Wegfahren. Ein Teil der historischen Schlitten fuhr noch vor Mittag nach Romanshorn zum ACS-Autotreffen bei der «Autobau Erlebniswelt». Das Treffen diente der Horizonterweiterung, es wurde viel Oldtimerwissen ausgetauscht und gefachsimpelt. Gleichgesinnte knüpften Kontakte und tauschten Tipps und Anregungen. Zum Beispiel: Wo gibt es noch Originalteile?

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«Das war sicher ein Unfallwagen. Schau mal, was alles ersetzt wurde.»

Das erklärte ein Senior mit Blick auf eines der ausgestellten Autos seinem zehnjährigen Begleiter. Die stolzen Oldtimerbesitzer vermochten einiges über ihre vorgefahrenen, historischen Autos zu erzählen. Der Steckborner Garagist Herbert Bürgi, einstiger Rennfahrer und als OK-Mitglied Fahrer an jedem Memorial-Bergrennen, verriet, wie er Ersatzteile für seinen Jawa 600 Minor-Roadster mit Jahrgang 1939/40 in der einstigen Tschechoslowakei aus Verschrottungsmodellen kaufte.

Der Lagona-Oldtimer in Korsika Blue von Ernst Meiner aus Muri.

Der Lagona-Oldtimer in Korsika Blue von Ernst Meiner aus Muri.

Bild: Margrith Pfister-Kübler

Zu den sehr gut gepflegten Liebhaberstücken zählte auch ein Lagona-Sportwagen in Korsika Blue mit Jahrgang 1934. Besitzer Ernst Meier aus Muri, einst Swissair-Pilot, sagte ganz beflügelt: «Dieser Jahrgang wurde zwar in England gebaut, aber der Firmengründer war ein Amerikaner. Vor dem Zweiten Weltkrieg war die Marke Lagonda sehr bekannt, ehe sie nach dem Krieg von Aston Martin geschluckt wurde.»

Kurt Gilg und seine Partnerin Dorly Strüby mit ihrem Cadillac Fleetwood aus dem Jahr 1963.

Kurt Gilg und seine Partnerin Dorly Strüby mit ihrem Cadillac Fleetwood aus dem Jahr 1963.

Bild: Margrith Pfister-Kübler

Kurt Gilg, Garagist aus Brunnen Schwyz, kam mit einem im Jahr 1963 gebauten Cadillac Fleetwood nach Steckborn. Er erzählt: «Jedes Jahr mache ich mit meinen Oldtimerfreunden eine Woche Ferien. Dieses Jahr lautet das Motto Bodensee. Wir haben hier in Steckborn anlässlich des Oldtimertreffens einen Ehrenhalt gemacht.»