Regierung besorgt um Medien

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Im Dezember kündigten die NZZ-Mediengruppe und die AZ-Medien an, ihr regionales Mediengeschäft in einem Joint Venture zusammenzuführen. Die eidgenössische Wettbewerbskommission Weko prüft derzeit noch, ob das Vorhaben bewilligt wird.

Kurz darauf wandte sich die SP-Grünen-Fraktion des St. Galler Kantonsparlaments mit einer einfachen Anfrage an die Regierung. Die linksgrünen Politiker sehen im Zusammenschluss «eine weitere Bedrohung einer unabhängigen ­regionalen und nationalen Berichterstattung». Zudem forderte die Fraktion den Aufbau eines staatlich mitfinanzierten, unabhängigen Publikationsorgans. Weiter wollte die Fraktion von der Regierung wissen, wie sie die Schaffung eines genossenschaftlich organisierten Ostschweizer Mediums oder Publikationsorgans sehe.

Die Antwort der St. Galler Kantonsregierung kam Ende März. Sie brachte darin ihre ­Sorge um die künftige mediale ­Abdeckung der Ostschweiz zum Ausdruck. Betroffen vom Zusammenschluss werde vor allem der Mantelteil sein, in dem die Tagblatt-Medien «eine zentrale Rolle als Sprachrohr der Ostschweiz» einnähmen. Man habe beim Zürcher Medienprofessor Otfried Jarren eine Studie in Auftrag ­gegeben. Sobald diese vorliege, werde sich die Regierung vertieft mit den Möglichkeiten zur Verbesserung der Situation befassen. Die Frage nach einer staatlichen Medienförderung lässt die Regierung offen. (jan)