Regelung ist die Sache der Kantone

Drucken
Teilen

Unterschiede Obwohl die Bundes­verfassung mit der Anrufung Gottes beginnt, ist in der Schweiz die Regelung des Verhältnisses zwischen Kirche und Staat grundsätzlich Sache der Kantone. Das ist wesentlich vor dem Hintergrund der geschichtlichen Entwicklung, insbesondere der Auseinandersetzungen um die Reformation zu sehen.

Weitestgehend getrennt sind Kirche und Staat ­lediglich in zwei Kantonen: in Genf seit 1907, in Neuenburg seit 1941. Aber auch dort wird die ­Kirchensteuer – entrichtet auf freiwilliger Basis – durch den Kanton eingezogen.

Schon mehrmals gescheitert

Im Jahr 1980 scheiterte der Versuch, die Trennung auf nationaler Ebene durchzusetzen. 79 Prozent der Stimmenden lehnten eine entsprechende Initiative auf Änderung der Bundesverfassung ab. Zweimal Nein sagte auch der Kanton Zürich, zuletzt im Jahr 1995 mit 65 Prozent der Stimmen.

Ausser Genf und Neuenburg anerkennen alle Schweizer Kantone die römisch-katholische und die evangelische Kirche als öffentlich-rechtliche Körperschaften. In neun Kantonen kommt die christkatholische Kirche hinzu, in fünf auch die jüdische Gemeinde. (lü)