Reformen statt Einheitskasse

Drei Jahre nach dem wuchtigen Nein des Volkes zur Einführung einer Einheitskasse ist das Thema wieder aktuell.

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Drei Jahre nach dem wuchtigen Nein des Volkes zur Einführung einer Einheitskasse ist das Thema wieder aktuell. Eine Initiative sammelt auf nationaler Ebene Unterschriften für dieses Anliegen, und die Ostschweizer Kantone liebäugelten ebenfalls damit, sich für eine öffentliche Gesundheitskasse stark zu machen.

Gestern stellten sie eine Studie vor, die Aufschluss darüber geben sollte, ob eine Einheitskasse die Probleme des Gesundheitswesens lösen kann. Doch so richtig Rückenwind haben die Kantone mit dieser Studie nicht erhalten. Sie kommt nicht explizit zum Schluss, dass eine regionale Krankenkasse die Kosten im Gesundheitswesen dämpfen würde. Die Autoren nennen die Knackpunkte, bei denen man ansetzen müsste: Stärkung der Managed-Care- Modelle und Verfeinerung des Risikoausgleiches. Wesentlich ist zudem, dass ein Systemwechsel Jahre dauern würde. Jahre, in denen die Gesundheitskosten und die Prämien weiter steigen.

Den Kantonen bleibt deshalb nichts anderes übrig, als Druck auf die Kassen und die eidgenössischen Räte auszuüben. Das ist der richtige Weg. Das Kostenwachstum lässt sich am ehesten bremsen, wenn das heutige System rasch verbessert wird. Einiges ist bereits aufgegleist, wie die neue Spitalfinanzierung und der neue Risikoausgleich.

Da auch diese Studie bei der flächendeckenden Einführung von Managed-Care-Modellen das grösste Potenzial für Einsparungen ortet, sind die Bundesparlamentarier gefordert, dieses Anliegen voranzutreiben. Sollten die Politiker und Kassen nicht mitziehen, dürften die Ostschweizer Kantone ernsthaft versucht sein, eine öffentliche Kasse auf den Weg zu bringen. Inge Staub

i.staub@tagblatt.ch