Rechtsverteidiger auf Politspielfeld

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Die Wahl im Frühling verur­sachte Unmut: Die linksgrünen Jungparteien beklagten den Rechtsdrall im Vorstand, als der Sennwalder Joël Baumgartner von der JSVP zum Präsidenten des St. Galler Jugendparlaments gewählt wurde. Seine Partei, die mit Manuela Ronzani bereits die Vorgängerin stellte, hatte für die Hauptversammlung schlicht am besten mobilisiert. Baumgartner zuckte mit den Schultern: «Die anderen Parteien hätten das genauso machen können.» Inzwischen sind die Wogen geglättet und nehmen auch die Jungen Grünen wieder am Parlamentsbetrieb teil. Und der 19-jährige Baumgartner hat seine erste ­Session nach nur einem Monat Einarbeitung im Mai erfolgreich geleitet, was er «dem starken Rückhalt im Vorstand» verdankt. Morgen begrüsst er zur Herbstsession mit einem prominenten Gast: Moritz Leuenberger. Das Interview mit dem früheren ­SP-Bundesrat führt allerdings Parteikollegin Jessica Huldi: «Weil sie im Mai nach einem Beinbruch im Hintergrund bleiben musste, hat sie sich das gewünscht.» Baumgartner, der kürzlich die Lehre als Landschaftsgärtner abschloss, übt für die grosse Politik: Er strebt eine Karriere im Kantons- oder gar Nationalrat an. Als Vorbilder nennt er die SVP-Nationalräte Adrian Amstutz und Toni Brunner. Meistens ist der junge Rheintaler auf Parteikurs. Jedoch wünscht er sich ein strengeres Waffengesetz: «Schiessen ist keine Lösung.» Übermorgen steht der Jungpolitiker wieder auf einem vertrauteren Spielfeld – als rechter Verteidiger in der zweiten Mannschaft des FC Rüthi. (mel)