RECHTSEXTREMISMUS: Polizei beendet Pnos-Anlass

Die Pnos hat in Bettwiesen unter falschen Angaben eine Turnhalle für einen Kampfsportkurs gemietet.

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Die Partei national orientierter Schweizer (Pnos) hat am vergangenen Samstag einen Selbstverteidigungskurs in Bettwiesen organisiert. Daniel Meili, Sprecher der Kantonspolizei Thurgau, bestätigte gestern die Meldung der «NZZ am Sonntag»: «Die Polizei war mit mehreren Einsatzkräften vor Ort.» Unter den gegen 40 Pnos-Mitgliedern und -Sympathisanten – ein Teil aus dem parteiinternen Sicherheitsdienst «Ahnensturm» – befanden sich auch Frauen und Kinder.

«Die Pnos hatte die Turnhalle unter falschen Angaben gemietet», sagte Meili. Als die Besitzerin der Turnhalle erfahren habe, wer sich dort treffe, sei sie noch während der Veranstaltung vom Vertrag zurückgetreten. «Die Polizei hat daraufhin die vorzeitige Beendigung des Anlasses erwirkt», sagte Meili. Die Polizei habe die anwesenden Personen kontrolliert. «Strafbare Handlungen sind dabei keine festgestellt worden.» Der Gemeindepräsident von Bettwiesen, Patrick Marcolin, hatte gestern aus der Presse vom Selbstverteidigungskurs der Pnos in seiner Gemeinde erfahren. Da er noch keine detaillierten Informationen hatte, wollte er sich auf Anfrage nicht näher äussern.

Gemäss «NZZ am Sonntag» war die Pnos in den Thurgau ausgewichen, nachdem ihr im Kanton Zürich an mehreren Orten die Mietverträge gekündigt worden waren. Auch in Münchwilen waren sie abgewiesen worden. Den Selbstverteidigungskurs in Bettwiesen geleitet hatte der russische Kampfsportler Denis Nikitin, der Kleider mit Neonazi-Symbolen vertreibt. (ph)