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Rechts überholen wiegt schwer

Die Schwyzer Behörden haben einem Lenker zu Recht den Ausweis entzogen, weil er rechts überholt hat. Die St. Galler Justiz hatte sich gnädiger gezeigt.

Der Vorfall hat sich vor gut einem Jahr zugetragen. Ein Schwyzer Automobilist fuhr mit seinem Land Rover auf der A53 von Hinwil in Richtung Reichenburg. Kurz vor dem Reichenburger Kreuz (Einmündung der A53 in die A3) überholte der Lenker zunächst auf der linken Spur einen Personenwagen, bog dann auf die rechte Spur ein und fuhr vor dem ersten Überkopfsignal (Fahrziele Chur/linker Fahrstreifen bzw. Zürich/rechter Fahrstreifen) rechts an einem Lastwagen und an einem Personenwagen vorbei. Kurz vor der Verzweigung wechselte der Lenker wieder auf die linke Fahrspur. Das Untersuchungsamt Uznach verurteilte den Land-Rover-Fahrer wegen einfacher Verletzung der Verkehrsregeln (Rechtsvorbeifahren mit anschliessendem Spurwechsel auf der Autobahn) zu einer Busse von 400 Franken.

Der Lenker akzeptierte diese Strafe. Das Verkehrsamt des Kantons Schwyz erkannte demgegenüber auf Rechtsüberholen auf der Autobahn und damit auf eine mittelschwere Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz. Es entzog dem Lenker den Führerausweis für einen Monat, was vom Schwyzer Verwaltungsgericht bestätigt wurde. Der fehlbare Lenker gelangte hierauf mit Beschwerde ans Bundesgericht und forderte, dass anstelle eines Ausweisentzugs lediglich eine Verwarnung ausgesprochen wird.

Die Richter in Lausanne haben die Beschwerde abgewiesen, weil der Lenker in ihren Augen klarerweise rechts überholt hat. In der polizeilichen Befragung hatte dieser nämlich noch ausgesagt, dass er von Anfang an nach Reichenburg fahren und die beiden Fahrzeuge auf der linken Spur überholen wollte, weil sie für seinen Geschmack zu langsam waren. Die inzwischen vorgebrachte Behauptung, an den beiden Fahrzeugen auf der linken Spur vorbeigefahren zu sein und dann spontan entschieden zu haben, das Fahrziel und dementsprechend die Spur zu wechseln, stufte das Bundesgericht als blosse Ausrede ein. Selbst wenn sich der Lenker spontan entschieden hätte, das Fahrziel zu ändern, «hätte ihm klar sein müssen, dass sein Manöver objektiv ein verbotenes Rechtsüberholen darstellt und er dementsprechend auf der rechten Spur hätte bleiben müssen», meint das Bundesgericht.

Der fehlbare Lenker muss die Gerichtskosten von 2000 Franken bezahlen. (tzi)

Urteil 1C_275/2016

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