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REAKTIONEN: Sonntagsarbeits-Verbot für St.Galler Callcenter: "Mit aller Gewalt werden Arbeitsplätze kaputt gemacht"

Der MS Direct AG darf am Sonntag keine Callcenter-Mitarbeiter beschäftigen, um Bestellungen eines Shoppingsenders zu bearbeiten. Das hat das Bundesgericht vergangene Woche entschieden. Nun verlieren 15 Mitarbeiter ihre Stelle. Bei Leserinnen und Lesern stösst dies auf unterschiedliche Reaktionen.
Marlen Hämmerli
15 Angestellte der MS Direct AG werden entlassen. (Bild: Benjamin Manser)

15 Angestellte der MS Direct AG werden entlassen. (Bild: Benjamin Manser)

Mikroalgenpulver, Lippenpomade oder Winterschuhe: Auf dem Shoppingsender HSE24 werden diese und andere Produkte sieben Tage die Woche angepriesen. Wer etwas kaufen möchte, ruft eine Hotline-Nummer an und landet mit seinem Anruf im Callcenter der MS Direct AG - auch am Sonntag. Doch nun beurteilte das Bundesgericht diese Sonntagsarbeit als unzulässig und stützte damit die Bewilligungspraxis des SECO. Nacht- und Sonntagsarbeit sei in der Schweiz grundsätzlich verboten.

Durch diesen Entscheid des Bundesgerichts verlieren 15 Personen ihre Arbeit, wie Geschäftsleiter Milo Stössel gegenüber der "Ostschweiz am Sonntag" sagte. "Es handelt sich hier vor allem um Studenten und junge Mütter, die jeweils am Wochenende gearbeitet haben. Die Arbeitsplätze würden nach Österreich verlagert. Dort sei Sonntagsarbeit erlaubt.

"Sonntagsarbeit ist überflüssig"

Dass das Bundesgericht die Sonntagsarbeit in diesem Fall nicht erlaubt, ruft in den sozialen Medien und auf Tagblatt Online unterschiedlichste Reaktionen hervor. Emil Huber schreibt etwa auf der Webseite des St.Galler Tagblatts: "Es ist richtig, wenn der Neoliberalismus mal etwas in die Schranken gewiesen wird, sonst arbeiten wir eines Tages rund um die Uhr, zu Löhnen, welche knapp zum Überleben reichen." Ähnlich sehen dies Kurt Oertli und Matthias Hegert auf Facebook. Sonntagsarbeit sei überflüssig. Hegert fragt sich zudem, weshalb es ein Callcenter überhaupt brauche. Die Produkte können nämlich auch über die Internetseite des Shoppingsenders bestellt werden.

Für Annelies Barraz hingegen ist klar, dass die Sonntagsarbeit für den Shoppingsender notwendig ist. Der Bedarf sei da, schreibt sie auf Facebook. "Sonst hätten sie es bestimmt nicht gemacht."

In anderen Ländern, und an Schweizer Bahnhöfen und Flughäfen sei die Sonntagsarbeit doch ganz normal, kommentiert Sabine Keller. "Wer hilft den 15 Arbeitslosen? Ich denke, wenn diese einen anderen Job gefunden hätten, bei dem sie nicht am Sonntag hätten arbeiten müssen, wären sie nicht ins Callcenter arbeiten gegangen."

"Mit aller Gewalt werden Arbeitsplätze kaputt gemacht"

Auch Jeannette Schlegel und Matthias Hertzog finden es schade, dass die Arbeitsplätze nicht erhalten bleiben. "Mit aller Gewalt werden immer wieder Arbeitsplätze in der Schweiz von unseren eigenen Behörden kaputt gemacht", schreibt Schlegel.

Markus Fässler dagegen findet den Abbau nicht schlimm. Callcenter-Mitarbeiter würden einen Knochenjob machen, zu einem Lohn, der nicht zum Leben reiche, schreibt er auf Tagblatt Online und verweist auf einen Kollegen, der telefonisch Socken verkauft. "Sein Lohn reicht bei weitem nicht, seine Familie zu unterhalten. Er ist auf Sozialhilfe angewiesen". Für Roger Meyer hingegen ist klar: "Besser karger Lohn (wenn es denn so sein sollte), als kein Lohn!"

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