RAUBTIER: Wolf reisst Schafe in Heiden

In Ausserrhoden ist ein Wolf aufgetaucht. Auf einer Weide ausserhalb von Heiden riss er zwei Schafe. Ob sich das Tier noch in der Gegend aufhält, ist unklar.

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In den vergangenen Jahren sind mehrmals einzelne Wölfe durch den Kanton Appenzell Ausserrhoden gestreift. (Symbolbild: Urs Jaudas)

In den vergangenen Jahren sind mehrmals einzelne Wölfe durch den Kanton Appenzell Ausserrhoden gestreift. (Symbolbild: Urs Jaudas)

Lange war es ruhig um den Wolf – nun macht er sich in der Ostschweiz wieder bemerkbar: Auf einer Weide bei einem Bauernhof ausserhalb von Heiden wurden am Wochenende zwei tote Schafe gefunden. «Die Art der Verletzungen an den Kadavern und die Spuren am Fundort deuten auf einen Wolfsriss hin», teilte die Ausserrhoder Jagdverwaltung gestern mit. Der Wildhüter entnahm Proben an den Bissspuren für genetische Analysen.

Das Raubtier kam wie aus dem Nichts. «Es gab in letzter Zeit keine Anzeichen, dass sich ein Wolf in der Gegend aufhält», sagt Jagdverwalter Heinz Nigg. Auch habe es seit dem Wochenende keine neuen Hinweise mehr gegeben. «Wir wissen nicht, ob sich der Wolf noch in der Region aufhält oder ob er weitergewandert ist.» Die Jagdverwaltung hat die Tierhhalter im Kanton per SMS über den Vorfall informiert und empfiehlt ihnen, beim Hinauslassen von Schafen und Kleinvieh vorsichtig zu sein.

In Appenzell Ausserhoden haben sich bisher keine Wölfe dauerhaft angesiedelt. In den vergangenen Jahren sind jedoch mehrmals einzelne Tiere auf Wanderschaft im Kanton aufgetaucht, zuletzt im vergangenen September: Ein Wolf tötete damals zwei Schafe in Wiehnacht-Tobel. Kurz zuvor war in Oberuzwil ein einzelnes Schaf gerissen worden.

Woher die einzelnen Wölfe kommen, lässt sich nicht immer herausfinden. Nach den Vorfällen in Wiehnacht-Tobel und Oberuzwil zeigten die DNA-Proben zwar, dass es sich um einen Wolf handelte. Für eine Bestimmung des Individuums und seiner Herkunft reichten die genetischen Spuren jedoch nicht aus. Die Resultate der DNA-Analysen zum jüngsten Fall in Heiden werden erst in einigen Wochen vorliegen. Dass der Wolf vom Calandarudel abgewandert ist, ist möglich, aber nicht sicher. Denn Wölfe können in kurzer Zeit weite Strecken zurücklegen. Das zeigte sich etwa im Frühling 2014: Ein Wolf riss damals in Heiden und Untereggen Schafe. Er war aus dem Wallis in die Ostschweiz gewandert – und verschwand nach kurzer Zeit wieder. (av)